Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Altorientalistik: Das Weltbild der Hethiter

In alten Kulturen galt das Jenseits mal als düsterer Ort des Schreckens, mal als Spiegelbild der Erde. In den kosmologischen Vorstellungen der Hethiter existierten sogar beide Ansichten nebeneinander – als Ergebnis unterschiedlicher religiöser Traditionen.
Relief in Yazilikaya

Das bronzezeitliche Ägypten blieb durch seine monumentalen Bauwerke im Gedächtnis der Menschheit präsent, an die Reiche Mesopotamiens erinnert das Alte Testament, die Epen Homers an das mykenische Griechenland. Die vierte Großmacht jener Epoche hingegen geriet in Vergessenheit: das in Anatolien verankerte Reich der Hethiter. Erst Ende des 19. Jahrhunderts stießen Archäologen auf erste Hinweise – im Archiv Amarnas, der Hauptstadt der Pharaonen Amenhotep III. und IV. Seitdem wird diese altanatolische Kultur intensiv erforscht. Tausende Keilschriftdokumente, die meisten aus der Metropole Hattuscha, vermitteln nicht nur Einblicke in ihre Politik und Wirtschaft, sondern auch in die Gedankenwelt der Menschen bis hin zu ihren kosmologischen und religiösen Vorstellungen. Dabei erweisen sich die Hethiter als ausgesprochen weltoffen: Sie integrierten häufig Ideen anderer Kulturen, selbst die ihrer Konkurrenten.

Zum Beispiel übernahmen die Hethiter die babylonische Keilschrift, statt ein eigenes Zeichensystem zu entwickeln. Dazu holten sie Lehrer ins Land oder schickten künftige Schreiber zur Ausbildung nach Mesopotamien. Weil diese auch das Studium und Kopieren literarischer Werke beinhaltete, gelangte Gedankengut von dort nach Hattuscha.

Eine weitere Ideenquelle bildeten in der so genannten Vorgroßreichszeit (um 1400 – 1350 v. Chr.) die in Nordmesopotamien siedelnden Hurriter, deren Reich als Mittani bezeichnet wird. ...

Kennen Sie schon …

Spektrum der Wissenschaft – Eine neue Weltformel

Rund 100 Jahre währt die Suche der theoretischen Physik nach einer Quantentheorie der Schwerkraft. Doch vielleicht kann die Gravitation in einer Weltformel so bleiben, wie sie ist – zumindest fast. Experimente könnten die neue Theorie schon bald testen. Außerdem im Heft: Die Bedeutung der Böden der Erde wurden lange unterschätzt. Zahlreiche Organismen im Boden zersetzen abgestorbenes organisches Material und fördern so den globalen Kohlenstoffkreislauf. Gammastrahlenblitze mischen gelegentlich die irdische Ionosphäre durch. Aber brachten kosmische Explosionen das Leben auf der Erde schon einmal an den Rand der Existenz? Selbst unter dem Eis des arktischen Ozeans findet man Lava speiende Vulkane und Schwarze Raucher. Dies bietet einen neuen Blick auf die geologischen Vorgänge in unserem Planeten.

Spektrum - Die Woche – Riechverlust als Warnsignal

Der Geruchssinn kann dabei helfen, neurologische und psychische Erkrankungen früher zu erkennen. Warum das so ist und ob ein plötzlicher Riechverlust tatsächlich auf Alzheimer, Parkinson oder Depressionen hinweist, lesen Sie ab sofort in der »Woche«. Außerdem: Bekommt Google Konkurrenz?

Spektrum - Die Woche – Tierisch gut geträumt

Träume sind nicht uns Menschen vorbehalten, auch Tiere sind während des Schlafs zeitweise in anderen Welten unterwegs. Was passiert dabei im Gehirn, welche Funktion erfüllt das Träumen? Außerdem in dieser »Woche«: Gigantische Leerräume im All liefern wichtige Daten für die astronomischen Forschung.

Schreiben Sie uns!

2 Beiträge anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quelle und Literaturtipp

Görke, S.:Hints at Temple Topography and Cosmic Geography from Hittite Sources. In: Ragavan, D. (Hg.): Heaven on Earth. Temples, Ritual, and Cosmic Symbolism in the Ancient World, Oriental Institute Seminars 9, The Oriental Institute of the University of Chicago, Chicago 2013, S. 41 – 54

Klinger, J.: Die Hethiter. C.H. Beck, München 2007.
Ein gut verständliches Kompendium zur hethitischen Geschichte, Kultur, Religion und Sprache.

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.