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Editorial: Kriegsverbrechen aufdecken

Daniel Lingenhöhl

Leider tobte bei Redaktionsschluss immer noch der Krieg in der Ukraine. Und je mehr Dörfer und Städte die Ukrainer von der angreifenden russischen Armee zurückerobern, desto offensichtlicher werden auch deren Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung. Die Namen von Irpin oder Butscha werden zukünftig in einer Reihe mit Sant’Anna di Stazzema, My Lai, Srebrenica oder Aleppo stehen, in denen Soldaten Massaker an unbeteiligten Männern, Frauen und Kindern verübt haben.

Dank der allgegenwärtigen Smartphones können Taten und Täter heute leichter dokumentiert und nachverfolgt werden als früher. Das internationale investigative Recherche-Netzwerk Bellingcat sammelt und prüft diese Bilder auf ihre Echtheit – und nutzt dazu modernste Analysemethoden, deren technische Hintergründe unsere Redakteurin Manon Bischoff ab S. 62 beschreibt.

Die akribische Arbeit am Bildmaterial soll wahre von gestellten Aufnahmen trennen und verhindern, dass falsche Zusammenhänge oder Propaganda die Berichterstattung verzerren oder gar politische Entscheidungen beeinflussen. Mit Hilfe der Technik konnte Bellingcat schon einige Kriegsverbrechen zweifelsfrei belegen. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen dafür schließlich auch zur Rechenschaft gezogen werden.

Der Ukraine-Krieg hat vorübergehend eine zweite globale Krise aus den Schlagzeilen gedrängt. Dabei ist die Covid-Pandemie nicht ausgestanden. Immer noch stecken sich weltweit zahlreiche Menschen mit dem Virus an; die Omikron-Variante hat der Pandemie einen massiven Schub gegeben und mittlerweile sogar offiziell Nordkorea erreicht. Auf welchen Anpassungen der Erfolg von Omikron genau basiert, zeigt unser Artikel ab S. 38 auf. Und die beeindruckende Wandlungsfähigkeit von Sars-CoV-2 dürfte damit nicht am Ende sein.

Eine spannende Lektüre wünscht
Daniel Lingenhöhl

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