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Glyphasisches System: Nächtliche Gehirnwäsche

Unser Gehirn beseitigt mit einem bislang unbekannten Entsorgungssystem schädliche Abfallstoffe. Es arbeitet vor allem, während wir schlafen.
Das Kanalsystem um die Blutgefäße im Gehirn, genannt Glymphatisches System, lässt sich mit so genannten Tracer-Molekülen sichtbar machen.

Etwa 1300 Gramm bringt das Gehirn eines durchschnittlichen Erwachsenen auf die Waage, zirka zwei Prozent seines Körpergewichts. Doch die Hirnzellen verbrauchen bis zu 25 Prozent der gesamten Energie, die unser Körper benötigt. Bei diesem enormen Umsatz fallen große Mengen potenziell giftiger Proteinabfälle und zellulären Schrotts an. Täglich kommen so zirka sieben Gramm biologischen Mülls zusammen, im Jahr rund zweieinhalb Kilo – fast die doppelte Masse des Gehirns selbst!

Wie wird es den ganzen Abfall wieder los? Auf Dauer würde er die Kommunikation zwischen den Nervenzellen stören und die Gehirnfunktionen schließlich ganz zum Erliegen bringen. Die meisten Gewebe des Körpers entsorgen Proteinabfälle über die Lymphe, die als eine Art Waschflüssigkeit Gewebsspalten und Zellzwischenräume durchströmt. Zu ihrem Abtransport steht ein weit verzweigtes Gefäßnetz zur Verfügung, das lymphatische System. Feinste Gefäße leiten dabei die Lymphe in zunehmend größere Kanäle, die schließlich in Blutgefäße münden. Das Schlauchsystem dient auch als Verkehrsweg für Immunabwehrzellen. An strategisch wichtigen Punkten entlang der Bahnen sind Lymphknoten aufgereiht – Stützpunkte für weiße Blutkörperchen, die Infekte bekämpfen …

8/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 8/2017

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  • Quellen

Jessen, N. A. et al.: The Glymphatic System: A Beginner's Guide. In: Neurochemical Research 40, S. 2583-2599, 2015

O'Donnell, J. et al.: Distinct Functional States of Astrocytes during Sleep and Wakefulness: Is Norepinephrine the Master Regulator? In: Current Sleep Medicine Reports 1, S. 1-8, 2015

Simon, M.J., Iliff, J.J.: Regulation of Cerebrospinal Fluid (CSF) Flow in Neurodegenerative, Neurovascular and Neuroinflammatory Disease. In: Biochimica et Biophysica Acta 1862, S. 442-451, 2016