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Neutrinoastronomie: IceCube – Neutrinojagd am Südpol

Tief ins Eis der Antarktis versenkt, registriert ein außergewöhnliches Teleskop Teilchen der kosmischen Strahlung: »IceCube« soll auf der Amundsen-Scott-Station ein neues Fenster zum All eröffnen.
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Am 15. Januar 2005 begannen Physiker und Ingenieure mit einem Strahl 90 Grad Celsius heißen Wassers ein Loch in den Eispanzer am Südpol zu schmelzen. Pro Minute pressten sie 750 Liter in das Eisloch und trieben es dabei um einen weiteren Meter in die Tiefe. Starke Pumpen saugten das abgekühlte Wasser zurück an die Oberfläche, wo es erhitzt und wiederum ins Bohrloch geführt wurde. Nach 52 Stunden reichte das Loch in eine Tiefe von 2450 Metern.

In den nächsten 20 Stunden versenkten Mitarbeiter des Teams eine Kabeltrosse mit 60 Glaskugeln, jede so groß wie ein Medizinball, in den engen Schacht. Die druckfesten Kugeln bergen hochempfindliche Lichtsensoren, die in regelmäßigem Abstand ab 1450 Meter Tiefe bis zum Grund des Bohrlochs angeordnet sind. Zwei Wochen später war das Schmelzwasser im Bohrloch vollständig gefroren.

Was sich eher nach einem glaziologischen Experiment als nach Astronomie anhört, war dennoch der Baubeginn eines großen Teleskops. Bereits drei Wochen später nahm die erste von 80 Trossen des Neutrinoteleskops IceCube ihren Betrieb auf. Bis zum Januar 2011 soll dieses Instrument fertig gestellt sein. Dann wird es hundertmal so empfindlich sein wie existierende Instrumente und den Himmel nach Neutrinoquellen im Weltall absuchen.

Rund 200 Wissenschaftler aus acht Ländern wollen damit unter anderem den Ursprung der kosmischen Strahlung, das Wesen der Dunklen Materie sowie exotische Elementarteilchen erforschen.
August 2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft August 2007

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