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Astronomie und Praxis: Astrofotografie: Kosmische Nebel: Der Kontrast entscheidet!

Mit einem einfachen Bildbearbeitungsverfahren gelingt es, leuchtende Gasnebel kontrastreich wiederzugeben, ohne dabei andere Objekte, beispielsweise Sterne, in ihrer Farbigkeit zu verfälschen. Ein erfahrener Astrofotograf schildert die einzelnen ­Schritte. Auch visuelle Beobachtern erhalten in diesem Praxisbericht wertvolle Tipps: Lesen Sie, wie Sie Emissionsnebel mit dem Auge am Teleskop bestaunen können!
Große Magellansche Wolke

Sterne, und damit auch unsere Sonne, senden bei allen Wellenlängen des sichtbaren Lichts Strahlung aus. Man bezeichnet solche Objekte auch als Kontinuumstrahler. Gänzlich anders verhält es sich bei kosmischen Gasnebeln, beispielsweise Emissionsnebeln, Planetarischen Nebeln und Supernova-Überresten: Sie senden ihr Licht nur bei bestimmten Wellenlängen aus. Zerlegt man das Licht solcher Nebel in seine einzelnen Farben, dann erhält man ein Spektrum, in dem sich helle Linien abzeichnen. Sie werden auch als Emissionslinien bezeichnet. Diese Linienstrahlung ist charakteristisch für die chemischen Elemente, die in den kosmischen Gaswolken vorkommen, sowie für den jeweiligen Anregungszustand der darin enthaltenen Gasatome. Besonders hell leuchten die Nebel im Licht der Emissionslinien H-Alpha und H-Beta des Wasserstoffs, in den beiden Linien des zweifach ionisierten Sauerstoffs (O III) und der Linie des einfach ionisierten Schwefels (S II).

Die deutlichen Unterschiede zwischen Kontinuum- und Linienstrahlern machen sich Astrofotografen, aber auch visuelle Beobachter zu Nutze, um kosmische Nebel zu fotografieren oder am Teleskop zu beobachten. Nimmt man ein Foto des Sternhimmels mit einem Filter auf, der nur das Licht einer bestimmten Emissionslinie hindurchlässt, beispielsweise das H-Alpha-Licht des Wasserstoffs, so treten die leuchtenden Nebel von Sternentstehungsregionen kontrastreich hervor, da der Filter alle anderen Wellenlängen wirkungsvoll blockiert (siehe Grafik unten).

Ein solches Bild zeigt aber nicht nur die Nebel, sondern immer auch Sterne – denn ein Schmalbandfilter ist ja nicht in der Lage, das Licht, das die Sterne in seinem engen Durchlassbereich aussenden, zu unterdrücken. Amateurastronomen weltweit wenden diese Technik der Nebelfotografie seit Langem erfolgreich an – doch es geht noch besser …

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Mit dem Artemis-Programm, das 2022 mit der unbemannten Testmission Artemis I begann, strebt die NASA eine erneute Landung von Menschen auf dem Mond an. Mit der nun bemannten und erfolgreich abgeschlossenen Mondumrundung von Artemis II hat sie einen weiteren Meilenstein erreicht – noch nie waren Menschen weiter ins All vorgedrungen. Wir zeigen die Highlights der Mission und geben einen Ausblick. Weiter berichten wir über die Pläne der ESA bis 2035 ein Interferometer zur Messung von Gravitationswellen im Weltraum zu installieren – LISA, sowie von der darüber hinaus schon geplante Weiterentwicklung LISAmax. In unserem Praxisteil lesen Sie über die in der Amateurszene noch wenig verbreitete Spektroheliografie zur Sonnenbeobachtung und deren Möglichkeiten.

Sterne und Weltraum – Giganten im All – Riesenradiogalaxien

Riesenradiogalaxien, verschwundene Meteoriten und die Jagd nach Dunkler Materie: Unsere Milchstraße wirkt winzig, wenn man Sie mit den Radiogalaxien und ihren Materiestrahlen vergleicht. Ein Forscherduo hat die größten dieser Giganten untersucht und erklärt unter anderem ihren Einfluss bei der Magnetisierung des intergalaktischen Raums. Darüber hinaus: Der 15 Tonnen schwere El-Ali-Meteorit in Somalia sorgte für ein echtes Krimidrama: Erst ein seltener Fund, dann spurlos verschwunden. Und im Herzen unserer Galaxis könnten Gammastrahlen Hinweise auf die geheimnisvolle Dunkle Materie liefern, denn neue Auswertungen des Fermi-Observatoriums deuten auf einen möglichen Überschuss hin. Auf der Erde erobern Smart-Teleskope die Hobbyastronomie und versprechen beeindruckende Astrofotos mit minimalem Aufwand – wie gut sind die Kleinteleskope wirklich und was muss man für gute Ergebnisse können?

Spektrum - Die Woche – Warum ist Grönland gerade so begehrt?

Grönland rückt ins Zentrum geopolitischer Interessen: Welche Ressourcen locken Großmächte, warum stockt der Abbau und welche Optionen hat die EU? Außerdem: Neues zum kosmologischen Standardmodell, Körperfett und Sport sowie mathematische Entscheidungen zwischen Brüchen und Pi.

  • Literaturhinweise

Alard, C., Lupton, R. H.: A method for optimal image subtraction. Astrophysical Journal 503, 1997

Binnewies, S., Steinicke, W.: Supernova-Überreste im Fokus. Sterne und Weltraum 12/2015, S. 70 – 78

Bramich, D. M.: A new algorithm for difference image analysis. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society 386, 2008

Jahns, H.: Im Lambda-Viertel-Takt zu besseren Bildern. Dünne optische Schichten in der Astronomie. Sterne und Weltraum 4/2007, S. 84 – 89

Oldenburg, S.: Deep-Sky-Objekte visuell: Das Teleskop. Sterne und Weltraum 11/2014, S. 78 – 87

Pöpsel, J., Binnewies, S.: Kugelrundes Versteckspiel: Der Seifenblasennebel. Sterne und Weltraum 11/2009, S. 74 – 79

Steinicke, W., Binnewies, S.: Kosmische Explosionswolken. Ein Blick in die Geschichte. Sterne und Weltraum 6/2016 S. 64 – 73

Waller, W. H.: Emission-line and continuum fluxes from narrow- and broad-band imagery. Publications of the Astronomical Society of the Pacific 102, 1990

Weisheit, B.: Lichtverschmutzung ausgetrickst. Astrofotografie mit Linienfiltern. Sterne und Weltraum 7/2007, S. 77 – 81

Wienstein, S.: Mit Nebelfiltern den Durchblick gewinnen. Sterne und Weltraum 12/2009, S.78 – 84

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