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Depression: Partydroge als Lebensretter

Das Narkosemittel Ketamin dämpft Depressionen extrem schnell. Damit könnte es die Basis für das erste Medikament liefern, das akute Suizidgedanken vertreibt.
Stimmungsveränderung

In der Psychiatrie gilt der Arzneistoff Ketamin als eine der größten Entdeckungen der vergangenen 50 Jahre – dank seines einzigartig schnellen antidepressiven Effekts. Er lindert die Symp­tome teils schon binnen 30 Minuten, anders als die bekannten Antidepressiva, die erst nach Wochen oder Monaten anschlagen. Und er wirkt sogar bei jenem Drittel der Patienten, die nicht auf die üblichen Therapieverfahren ansprechen.

Obwohl viele Theorien in Umlauf sind, weiß man bislang nicht genau, wie Ketamin eine Depression bekämpft. Neue Forschungen enthüllten jetzt aber einen Mechanismus, der die antidepressiven Eigenschaften zumindest teilweise erklären könnte. Zwei kürzlich in »Nature« veröffentlichte Studien entdeckten ein besonderes Muster neuronaler Aktivität in einer Hirnregion mit dem Namen »laterale Habenula« (LHb, siehe »Die Habenula«). Bei Ratten, die zu depressivem Verhalten neigen, blockierte Ketamin diese Aktivität ...

10/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 10/2018

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  • Quellen

Cui, Y. et al.: Astroglial Kir4.1 in the Lateral Habenula Drives Neuronal Bursts in Depression. In: Nature 554, S. 323-327, 2018

Daly, E.J. et al.: Efficacy and Safety of Intranasal Esketamine Adjunctive to Oral Antidepressant Therapy in Treatment-Resistant DepressionA Randomized Clinical Trial. In: JAMA Psychiatry 75(2), S. 139-148, 2018

Namboodiri, V.M.K. et al.: The Habenula. In: Current Biology 26(19), S. 873-877, 2016

Yang, Y. et al.: Ketamine Blocks Bursting in the Lateral Habenula to Rapidly Relieve Depression. In: Nature 554, S. 317-322, 2018