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Zivilcourage: Mach du das!

Viele Menschen bleiben in Notsituationen passiv, statt Alarm zu schlagen oder anderen zu helfen. Die Psychologen John Darley und Bibb Latané erforschten als Erste die Gründe dafür.
John M. Darley und Bibb LatanéLaden...

Wie konnte es so weit kommen? Diese Frage stellte sich ganz Mailand am 11. Mai 2013. An diesem Tag griff ein akut psychotischer junger Mann am frühen Morgen wahllos Passanten an und tötete drei Menschen mit einer Spitzhacke. Mehrere andere wurden verletzt, viele flohen in Panik vor dem Angreifer. Dabei hatten mehrere Anwohner beim Gassigehen mit dem Hund oder auf dem Weg zur Arbeit ­beobachtet, wie der aggressiv gestikulierende Mann mit seiner Tatwaffe durch das Mailänder Stadtviertel Niguarda streifte. Doch niemand alarmierte die Polizei oder rief Hilfe.

Das Phänomen der unterlassenen Hilfeleistung gegenüber Mitmenschen ist in der Psychologie als By­stander-Effekt (zu Deutsch: Zuschauereffekt) bekannt. John Darley von der Princeton University und sein Kollege Bibb Latané, damals an der Columbia University in New York tätig, haben den Effekt 1968 erstmals mit systematischen Versuchsreihen im Labor ergründet ...

11/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 11/2018

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  • Quellen

Lantané, B., Darley, J. M.: Group Inhibition of Bystander Intervention in Emergencies. IIn: Journal of Personality and Social Psychology 10, S. 215–221, 1968

Fischer, P. et al.: The Bystander-Effect: A Meta-analytic Review on Bystander Intervention in Dangerous and Non-dangerous Emergencies. In: Psychological Bulletin 137, S. 517-537, 2011

Ross, A. S.: Effect of Increased Responsibility on Bystander Intervention: The Presence of Children. In: Journal of Personality and Social Psychology 19, S. 306–310, 1971

Thornberg, R.: A Classmate in Distress: Schoolchildren as Bystanders and their Reasons for How They Act. In: Social Psychology of Education 10, S. 5-28, 2007