Direkt zum Inhalt

Angstforschung: Ängstliche Kinder haben vergrößerte Amygdala

Eine Hirnstruktur, die an der Entstehung von Angst beteiligt ist, ist schon bei ängstlichen Kindern vergrößert. Das zeigt: Angst verändert das Gehirn von Anfang an.
Ängstliches KindLaden...

Schon in der Kindheit zeigt sich Angst in sichtbaren Veränderungen an Hirnstrukturen. Ein Team um Shaozheng Qin von der Stanford University untersuchte 76 Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren auf Symptome von Ängsten und bildete anschließend ihre Gehirne mit einem Kernspintomografen ab. Dabei zeigte sich, dass bei ängstlichen Kindern Teile der so genannten Amygdala deutlich vergrößert sind. Die Neurone der Amygdala sind zuständig dafür, Situationen emotional zu bewerten, und an der Entstehung von Angst beteiligt.

Das Alter ab sieben Jahren ist der früheste Zeitraum, in dem sich Ängste und Neigung zu Ängsten sicher feststellen lassen, so die Autoren. Deswegen sei es bemerkenswert, dass bereits zu diesem frühen Zeitpunkt Veränderungen im Gehirn beobachtbar seien. Nicht nur konnten die Forscher einen deutlichen Zusammenhang zwischen Angst und Größe der Amygdala sowie ihrer Vernetzung herstellen, umgekehrt ließ sich aus den Kernspinbildern ablesen, wie ängstlich die jeweils untersuchten Kinder waren. Da sich derartige Veränderungen der Hirnstruktur ins Erwachsenenalter erhalten, könnte der Effekt Aufschlüsse über Angststörungen auch bei Erwachsenen geben.

25. KW 2014

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 25. KW 2014

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen
Biol. Psychiatry 10.1016/j.biopsych.2013.10.006, 2014

Partnervideos