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Klimawandel: Alge aus dem Labor soll Korallenriffe hitzeresistenter machen

Wenn die Temperaturen steigen, stoßen Korallen ihre Symbionten ab – und sterben im schlimmsten Fall ab. Eine hitzeresistentere Alge aus dem Labor soll das verhindern.
Die Temperaturzunahme macht vielen Korallenarten das Leben schwer.Laden...

Die steigenden Meerestemperaturen setzen Korallenriffen weltweit zu. Wird es in ihrer Umgebung zu warm, stoßen die Korallen ihre Zooxanthellen ab, spezielle Algen und andere Mikroorganismen, mit denen sie normalerweise in Symbiose leben. Dadurch verlieren sie ihre bunte Farbe und sterben langfristig ab, wenn sich keine neuen Symbionten anlagern. Dieser Prozess ist in Korallenriffen mittlerweile großflächig zu beobachten: Erst im März 2020 meldeten die zuständigen Behörden zum Beispiel die dritte massive Korallenbleibe binnen fünf Jahren im Great Barrier Reef vor Australiens Nordostküste.

Der Grund für die Abstoßungsreaktion sind vermutlich schädliche Stoffe, welche die überhitzten Algen produzieren. Um dieses Problem zu beheben, versuchten Forscher um Madeleine van Oppen von der University of Melbourne deshalb nun, hitzeresistentere Algen zu züchten. Dazu entfernten sie zunächst Mikroalgen von ihren Korallen und setzten sie über Generationen hinweg vier Jahre lang immer wärmer werdenden Wassertemperaturen aus. Anschließend brachten sie die gezüchteten Algen wieder mit Korallenlarven zusammen. Bei Temperaturen, die mit denen während der Korallenbleiche im Great Barrier Reef vergleichbar waren, hielt die Symbiose zwischen Alge und Koralle nun länger an.

Ob sich mit derart abgehärteten Symbionten Riffe künftig tatsächlich besser schützen lassen, ist allerdings noch unklar. Dazu müssen die Forscher zunächst testen, ob sich die Algen bei erwachsenen Korallen ähnlich verhalten. Außerdem sei zu klären, inwiefern künstlich im Labor gezüchtete Algen die natürlichen Symbionten verdrängen könnten. Und zu guter Letzt ist auch unklar, ob die Hitzeresistenz der Algen überhaupt dauerhaft bestehen bleibt – oder ob sie sich unter natürlichen Bedingungen nicht irgendwann wieder zurückbildet.

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