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News: Alternativer Nobelpreis 1999

Die internationale Jury ehrt dieses Jahr mit dem Right Livelihood Award Einzelpersonen und Organisationen für ihre vorbildlichen Arbeiten für eine nachhaltige und humane Zukunft: Hermann Scheer (Deutschland), Juan Garces (Spanien), die Grupo De Agricultura Organica (Kuba) und das Programme for the Consolidation of the Amazon Region (Kolumbien).
Der Right Livelihood Award (engl.:„Auszeichung für die richtige Lebensweise") – in Deutschland besser bekannt unter der Bezeichnung Alternativer Nobelpreis – wird an Menschen oder Projekte vergeben, die sich bemühen, praktische und beispielhafte Lösungen zu drängenden Fragen des Umweltschutzes, der Entwicklungshilfe, der Menschenrechte oder der Friedensforschung zu finden. Er wurde 1981 von dem deutsch-baltisch-schwedischen Journalisten Jakob von Uexküll ins Leben gerufen, weil die traditionellen Nobelpreise seiner Meinung nach wichtige Problembereiche nicht ausreichend berücksichtigen. Während die Right Livelihood Award Foundation sowie die von ihr vergebenen Preise in den ersten Jahren aus dem Verkaufserlös von Uexkülls Briefmarkensammlung finanziert wurden, tragen heute Spenden die Stiftung.

In ihrer Pressemitteilung begründet die Jury ihre Entscheidungen kurz:

Der Gründer von Eurosolar und Mitglied des Deutschen Bundestages

Hermann Scheer
wird ausgezeichnet für seine unermüdliche Arbeit zur weltweiten Förderung der Solarenergie sowie seine Entlarvung der politischen und institutionellen Hindernisse – oft von Seiten der Lobbyisten einer nuklearen und fossilen Energieversorgung –, die deren breite Entwicklung und Anwendung behindern.

Der spanische Anwalt

Juan Garces
erhält den Preis für seine langanhaltenden Bemühungen, eine Bestrafung des früheren chilenischen Diktators General Pinochet zu ermöglichen. Die Jury belohnt seine Vorarbeiten für die legale Festnahme von Pinochtes in London im Oktober 1998, wodurch eine reale Aussicht besteht, daß es im nächsten Jahrtausend keine Verstecke mehr für Verbrecher gegen die Menschlichkeit geben wird.

Die

Grupo De Agricultura Organica (GAO)
wird geehrt für die Entwicklung einer organischen Agrarkultur auf Kuba, mit deren Hilfe das Land eine der schwersten Nahrungsmittelkrisen seiner Geschichte überwunden hat. Das Beispiel hat gezeigt, daß organische Agrarwirtschaft ein Schlüssel für Nachhaltigkeit und Sicherheit in der Versorgung mit Lebensmitteln zukommt.

Das

Programme for the Consolidation of the Amazon Region (COAMA)
in Kolumbien stellt eines der überzeugendsten Beispiele dar, welchen Beitrag Ureinwohner für eine nachhaltige Zukunft liefern können. Die Jury zeichnet COAMA aus für sein Beispiel, wie Ureinwohner ihren Lebensstandard heben, ihre Kultur erhalten und den Regenwald, in dem sie leben, bewahren können, im Kontrast zu der sozialen und ökologischen Demontage durch konventionelle Entwicklungsprogramme.

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