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Ironie der Erdgeschichte: Aufstieg der Dinosaurier glich ihrem Untergang

Ein planetarer Kataklysmus ließ das Zeitalter der Dinosaurier enden. Nun scheint klar: Auch ihre weltweite Dominanz verdankten die Dinos einer globalen Katastrophe.
Modell eines T. rex im Park einer Großstadt

Millionen Jahre hatten sie im Schatten anderer, stärkerer Kreaturen gelebt, bis in einem dramatischen Moment der Erdgeschichte ihre Chance kam. Während die bis dahin dominanten Tiere in den enormen Umwälzungen der Epoche nahezu vollständig ausstarben, besetzten sie die frei gewordenen Nischen – und beherrschten bald die Welt. Die Geschichte ist bekannt. Der Untergang der Dinosaurier machte den Weg frei für die Dominanz der Säugetiere und schließlich des Menschen. Doch wie eine Arbeitsgruppe um Massimo Bernardi vom Museo delle Scienze in Trient berichtet, enthält das Ende der Dinosaurier eine bisher ungeahnte Ironie: Ihr Aufstieg fast 170 Millionen Jahre zuvor geschah nach dem gleichen Muster.

Die allerersten Dinosaurier entstanden zu Beginn der Trias vor etwa 245 Millionen Jahren, als sich das Leben nach seiner fast vollständigen Auslöschung wieder über den Planeten auszubreiten begann. Für mehr als zehn Millionen Jahre allerdings blieben sie bedeutungslos, bis sie sich schließlich dramatisch ausbreiteten – und sich die Erde untertan machten. Wie Bernardi und sein Team nun in »Nature Communications« berichten, räumte ihnen – ganz wie den Säugetieren später – eine globale Katastrophe die Konkurrenz aus dem Weg. Die Arbeitsgruppe datierte den bisher umstrittenen Beginn dieser Dinosaurier-Diversifikation auf die Zeit zwischen 234 bis 232 Millionen Jahre vor heute. Dazu verwendete Bernardis Gruppe eine Abfolge von Sedimenten in den italienischen Dolomiten, die damals an der Ostküste des Superkontinents Pangäa abgelagert wurde.

Genau zu jener Zeit aber veränderte sich das Klima weltweit dramatisch: Das meist wüstenartige Klima des Superkontinents wurde zwischenzeitlich deutlich feuchter, dann wieder trockener. Ursache war vermutlich ein Flutbasalt, eine wenige Millionen Jahre dauernde Episode starken Vulkanismus, der den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre veränderte und die deutlichen Klimaschwankungen nach sich zog. Der Tumult in der Kohlenstoffbilanz hatte langfristige Folgen: Findet man aus der Zeit zuvor nur wenige Spuren früher Dinosaurier, verbreiteten sie sich schon kurz danach über ganz Pangäa. Sie blieben über Äonen – und gingen dann auf die gleiche Weise, wie sie gekommen waren.

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