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Australien: Das älteste geschliffene Steinwerkzeug der Welt

Steinaxt
Sie fällten damit Bäume, lösten die Rinde ab oder nahmen ein Känguruh aus: Aborigines, die vor Jahrtausenden im Northern Territory in Australien lebten, wussten wie vielseitig einsetzbar wirklich scharfe Steinwerkzeuge waren. Wie Forscher jetzt herausfanden, waren es die Vorfahren des Jawoyn Volks, die als Erste die Kunst des Kantenschärfens entwickelten. Und zwar schon vor 35.000 Jahren.

Der Archäologe Bruno David von der Monash University hatte ein vier Zentimeter langes Fragment aus Vulkanstein untersucht, das er in einer Höhle im Norden Australiens entdeckt hatte – und das Teil einer größeren Steinaxt war. Auf der Oberfläche fand er zahlreiche parallel verlaufende Kratzer, die vom gekonnten Schleifen der Kanten zeugen – vermutlich mit Hilfe eines Sandsteins.

Diese vier Zentimeter lange Axtfragment …
Dieses vier Zentimeter lange Axtfragment … | …  hat der Archäologe Bruno David in einer Höhle im Norden Australiens entdeckt und untersucht. An der Oberfläche fand er zahlreiche parallel verlaufende Kratzer, die vom gekonnten Schleifen der Kanten zeugen.
Bei dem Fund handelt es sich um das bisher älteste geschliffene Steinwerkzeug überhaupt. Zwar fanden Forscher eine 40 000 bis 50 000 Jahre alte Vorform solcher Werkzeuge in Papua Neuguinea – allerdings weise die keine Feinarbeiten oder scharfe Kanten auf, so der Archäologe Bruno David gegenüber epoc. Zum Vergleich: Die ältesten geschliffenen Steinwerkzeuge Europas stammen aus der Jungsteinzeit und sind gerade einmal 8 000 bis 10 000 Jahre alt.

In dieser Sandsteinhöhle …
In dieser Sandsteinhöhle … | … entdeckten die Forscher das Arbeitsgerät. Es waren die Vorfahren des Jawoyn Volks, die als Erste die Kunst des Kantenschärfens entwickelten. Und zwar schon vor 35.000 Jahren.
Das jetzt entdeckte Arbeitsgerät besteht übrigens aus Basalt, einem Vulkangestein, dass erst in rund 40 Kilometer Entfernung von der Sandsteinhöhle entfernt vorkommt. Die Forscher vermuten, dass das Gestein entsprechend wertvoll war und im Tauschhandel eine wichtige Rolle spielte.

Christine Baumgartner

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