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Leipzig: DNA des Neandertalers rekonstruiert

Schädel eines Neandertalers
Mit Hilfe der sterblichen Überreste dreier Neandertaler haben Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig das Erbgut des vor 30 000 Jahren ausgestorbenen Homo neanderthalensis entziffert. Es soll helfen, seine verwandtschaftlichen Beziehungen zum modernen Menschen zu klären.

Bereits vor zwei Jahren hatte das Forscher-Team um Svante Pääbo – Direktor der Abteilung für evolutionäre Genetik am Max-Planck-Institut in Leipzig – angekündigt, das Genom des Neandertalers vollständig sequenzieren zu wollen. Mithilfe speziell für dieses Projekt entwickelter Methoden wurden nun mehr als eine Milliarde DNA-Fragmente bestimmt. Dabei lieferte das aus Fossilien gewonnene DNA-Material 60 Prozent der Fragmente des gesamten Genoms und wurde aus weniger als einem halben Gramm Knochen extrahiert.

Um ihre Forschungsergebnisse zu bestätigen, haben die Leipziger Forscher das Erbgut von Neandertalern verschiedener Fundorte miteinander verglichen. Die Proben stammten aus Kroatien, Spanien und dem Kaukasus. Außerdem wurde DNA des namensgebenden Skeletts aus dem Neandertal bei Düsseldorf analysiert, wo 1856 die ersten Knochen entdeckt wurden.

Nun steht die Analyse des Genoms aus. Zahlreiche Wissenschaftler wollen noch in diesem Jahr die Ergebnisse ihrer Untersuchungen veröffentlichen. Sie werden unter anderem Gene unter die Lupe nehmen, die von besonderer Bedeutung für neuere menschliche Entwicklungen waren – zum Beispiel die Sprachfähigkeit.

Tabea Rueß

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