Direkt zum Inhalt

News: Entstanden die Trilobiten in Sibirien?

Trilobiten, gepanzerte Krebsverwandte, die vom Kambrium bis ins Perm lebten und damit zu den ursprünglichsten Tieren gehörten, entstanden womöglich schon viele Millionen Jahre früher als vermutet um die Landmasse des heutigen Sibirien, das damals noch auf der Südhalbkugel lag. Zu diesem Ergebnis kommt Joe Meert von der University of Florida anhand einer Stammbaum-Analyse der Tiergruppe.

Seine Ergebnisse decken sich mit Gesteinsanalysen seines Kollegens Bruce Lieberman von der University of Kansas, der für das Auseinanderdriften der Platten eine deutlich geringere Geschwindigkeit ermittelt hat als bisher angenommen. Demnach hätten sich die Kontinentalplatten mit 15 Zentimetern vorwärts bewegt, während bisherige Schätzungen von mehr als 60 Zentimetern ausgegangen waren. Der ehemalige Superkontinent in der Antarktis begann Liebermans Berechnungen zufolge vor etwa 580 Millionen Jahren zu zerbrechen, und die Platten hätten den Äquator dann vor etwa 500 Millionen Jahren erreicht. Andere Modelle datieren den Zerfall des Superkontinents auf 523 Millionen Jahre vor heute und setzen nur 15 Millionen Jahre für die Plattendrift an.

Die meisten Trilobiten, die ausschließlich marin lebten, waren an den Schelfbereich, also an Wassertiefen bis etwa 200 Meter, gebunden und konnten den offenen Ozean nicht überqueren. Sie zeigten daher sehr eng und eindeutig begrenzte Lebensräume, die somit auch die Rekonstruktion der früheren Kontinentalverteilung unterstützen können. Der Zerfall des Superkontinents beendete die Millionen Jahre währende Phase des "Schneeballs Erde" und führte in die kambrische Explosion, in der sich die Lebewelt auf unserem Planeten sehr schnell und überaus vielfältig entwickelte.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Quellen
Journal of the Geological Society of London 161(3): 477 (2004)

Partnerinhalte