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Exoplaneten: Ein Planet wie reines Eisen

Der Exoplanet GJ 367b ist einer der kleinsten Planeten, die je entdeckt wurden. Aber das ist nicht das Einzige, das ihn besonders macht.
Künstlerische Darstellung des Exoplaneten GJ 367b

Er ist klein, leicht und schnell, gleichzeitig aber auch extrem dicht: Der Exoplanet GJ 367b gehört unter den an Exoten nicht armen Exoplaneten sicher zu den erstaunlichsten Himmelskörpern. Kristine Lam vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und ihr Team stellten ihn in »Science« vor.

GJ 367b umkreist in nur 31 Lichtjahren Entfernung zur Erde seinen Stern, einen Roten Zwerg und ist nur wenig größer als der Mars. Damit gehört er zu den kleinsten und mit einer halben Erdmasse auch zu den leichtesten Exoplaneten, die man bislang nachweisen konnte. Gleichzeitig ist er extrem kompakt und weist eine Dichte fast wie reines Eisen auf. Für eine Umkreisung seines Muttersterns benötigt er nur knapp acht Stunden, während Merkur in unserem Sonnensystem dafür schon ganze 88 Tage benötigt.

»Aus der genauen Bestimmung von Radius und Masse lässt sich GJ 367b mit Sicherheit als Gesteinsplanet einstufen«, sagt Lam. »Er erinnert in Größe und Zusammensetzung an den Merkur und gehört damit zu den terrestrischen Planeten.« Und das bringt die Forschung auf der Suche nach einer »zweiten Erde« einen Schritt voran, so die Einschätzung der Astronomin.

Durch seine extrem kurze Umlaufzeit gehört der Himmelskörper zu den »Ultra-Short-Period-Planeten« (USP), deren Ursprung noch unbekannt ist. Entdeckt wurde er durch die Transitmethode, bei der minimale Helligkeitsunterschiede im Licht des Sterns gemessen werden, während der Planet an ihm vorbeizieht. Es ist eine der gängigsten Methoden bei der Suche nach Exoplaneten, der in diesem Fall mit Hilfe des NASA-Weltraumteleskops TESS nachgewiesen wurde.

Die hohe Dichte von GJ 367b legt nahe, dass der Exoplanet einen großen Eisenkern aufweist. »Diese Eigenschaften ähneln denen des Merkurs, der sich mit seinem überproportional großen Kern aus Eisen und Nickel von den anderen terrestrischen Körpern im Sonnensystem unterscheidet«, sagt der an der Studie beteiligte Szilárd Csizmadia vom DLR. Da der Planet sehr nahe um seinen Stern kreist, ist er einer ungleich höheren Strahlung ausgesetzt: mehr als 500-mal so stark wie die Erde. Seine Oberflächentemperatur könnte bis zu 1500 Grad Celsius betragen, eine Temperatur, bei der viele Gesteine und Metalle schmelzen.

Der Planet umkreist einen Roten Zwerg, keinen Roten Riesen. Wir haben den Fehler korrigiert.

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