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Sprache: Hirnscans deuten auf »universelles Sprachnetzwerk«

Zwölf Sprachfamilien, ein Aktivitätsmuster: Untersuchungen des Gehirns lassen vermuten, dass alle Sprachen auf einem universellen Netzwerk beruhen. Es gibt aber auch andere mögliche Erklärungen.
Frau in einem Magnetresonanztomografen
Bei der funktionellen Kernresonanztomografie misst man, welche Hirnregionen stärker durchblutet werden.

Das »Sprachnetzwerk« des Gehirns funktioniert sogar bei sehr unterschiedlichen Sprachen ähnlich. Zu diesem Ergebnis ist eine Arbeitsgruppe um Saima Malik-Moraleda vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge anhand funktioneller Kernresonanztomografie (fMRI) an 86 Sprecherinnen und Sprechern von 45 Sprachen aus 12 Sprachfamilien gekommen. Wie das Team in »Nature Neuroscience« berichtet, sind während des Hörens der Sprache überall nahezu dieselben Hirnregionen beteiligt. Das stützt die Vermutung, alle Sprachen würden auf dem gleichen universellen »Schaltkreis« im Gehirn basieren.

Die Arbeitsgruppe verglich die Hirnscans während die Versuchsteilnehmer einen Auszug von »Alice im Wunderland« in der jeweils eigenen Sprache hörten mit jenen, welche bei verfälschter oder unverständlicher Sprache auftauchten. Außerdem prüfte das Team, wie das Gehirn im Vergleich dazu komplexe Aufgaben für das räumliche Arbeitsgedächtnis oder Rechenaufgaben bewältigt. Die Beobachtung: In der linken Hirnhälfte existiert eine Gruppe von Arealen, die selektiv auf gesprochene, verständliche Sprache reagiert und zwar unabhängig davon, um welche Sprache es sich handelt.

Mit einer bis zwei Versuchspersonen pro Sprache erlaubt die Studie keine genaueren Aussagen darüber, wie das Gehirn das gesprochene Wort im Detail verarbeitet. Zudem machen die ohnehin in solchen Test überwiegend untersuchten indogermanischen Sprachen auch in dieser Auswertung 31 der 45 analysierten Sprachen aus, so dass der Datensatz weniger divers ist, als er zuerst klingt. Die beteiligten Fachleute verweisen darauf, dass die wesentlichen Aussagen der Studie über alle Sprachfamilien hinweg nachweisbar seien. Zudem ist es zumindest theoretisch möglich, dass Mehrsprachigkeit ihr eigenes typisches neuronales Muster erzeugt – alle Versuchspersonen waren mindestens zweisprachig.

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