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Meeressäuger: Katzenparasit bedroht seltene Robben

Frei laufende Katzen sind nicht nur für Vögel und Reptilien eine Gefahr. Sie verbreiten einen Parasiten, der auch seltene Meeressäuger bedroht.
Hawaii-Mönchsrobbe

Etwa 1200 Hawaii-Mönchsrobben (Neomonachus schauinslandi) leben noch auf der pazifischen Inselkette, vielleicht sind es aber auch schon weniger Tiere. Die intensive Nutzung von Stränden, Wasserverschmutzung und Fischfang gefährden die Art. In letzter Zeit ist eine weitere heimtückische Gefahr hinzugekommen, warnen Biologen des National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) Fisheries Departments auf Hawaii: Infektionen mit dem Katzenparasiten Toxoplasma gondii stellen demnach mittlerweile die wichtigste Todesursache durch Krankheiten dar, nachdem im Mai 2018 erneut drei Tiere verendet an einem Strand auf O'ahu gefunden worden waren. Anschließende Untersuchungen hatten ergeben, dass die beiden Weibchen sowie ein Ungeborenes an Toxoplasmose verendet waren.

Seit 2001 haben die Behörden damit elf Mönchsrobben gefunden, die dadurch gestorben sind. Die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher sein, da nur ein Teil der Kadaver am Ufer auftaucht. Besondere Sorgen macht den Wissenschaftlern, dass es nach den bisherigen Daten überproportional viele Weibchen trifft: Acht der elf Toten entfielen auf sie.

Die Infektionen gehen von Haus- oder verwilderten Hauskatzen aus, denn Toxoplasma gondii ist zwingend auf diese Tiere angewiesen. Der Parasit kann nur in Katzen seinen Lebenszyklus vollenden. Er kann allerdings auf andere Säugetiere übertragen werden, wenn diese mit Kot oder mit aus dem Kot ausgewaschenen Eiern in Kontakt kommen – die Erreger sind so resistent, dass sie bis zu einem Jahr ohne Schaden im Boden überdauern können. Im Fehlwirt sorgen sie allerdings auf Dauer für Organversagen und neurologische Schäden, die zum Tod führen. Infektionen bei anderen Meeressäugern wie Seeottern oder Delfinen wurden ebenfalls bereits festgestellt.

Da Katzen eindeutig als Verursacher in Frage kommen, empfehlen Wildtierbiologen auf Hawaii dringend, das Problem frei laufender und verwilderter Katzen in Angriff zu nehmen. »Das Infektionsrisiko lässt sich nur senken, wenn die Zahl der verwilderten Katzen nachhaltig reduziert wird«, so Bruce Anderson vom Hawaii State Department of Health in einer Mitteilung.

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