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News: Mars-Roboter: Opportunity hat Lander verlassen, Spirit wieder gesund

Es war ein erfolgreiches Wochenende für die NASA-Mars-Mission: Der Rover Opportunity hat bereits am Samstag problemlos seinen Lander verlassen und rollt nun über den Marsboden, während sich sein Zwillingsroboter Spirit anscheinend gänzlich von seinen Kommunikations- und Speicherproblemen erholt hat.

Der erste Ausflug für Opportunity erfolgte nach nur einer Woche auf dem Mars, fünf Tage früher als bei seinem Zwilling auf der anderen Seite des Roten Planeten. Allerdings musste Spirit ehedem auch erst ein kompliziertes Wendemanöver vollziehen, da teilweise Airbags, die den Aufprall des Landers abgedämpft hatten, den Weg versperrten. Bei Opportunity indes war der Weg frei, sodass der Roboter ohne Probleme zu den Tönen von Bruce Springsteens "Born to Run" das Landegerät verlassen konnte.

Jubel brach bei den NASA-Mitarbeitern wenig später aus, als Opportunity ein Bild der nunmehr leeren Landeplattform zur Erde schickte. Deutlich zu sehen sind dabei auch die Radspuren, die das sechsrädrige Gefährt im staubigen Marsboden hinterlassen hat. Der Boden ist es auch, mit dem sich der Roboter nun zunächst befassen soll. Opportunity soll seinen Roboterarm ausstrecken und mikroskopische Aufnahmen des dunklen Untergrunds schießen sowie ihn mit zwei seiner Spektrometer analysieren.

In etwa einer Woche wollen ihn dann die Wissenschaftler zu dem etwa acht Meter entfernten Gesteinsaufschluss nordwestlich des Landers schicken. Zurzeit sitzt Opportunity in der Mitte eines rund 22 Meter im Durchmesser großen Kraters von drei Metern Tiefe inmitten der Meridiani-Ebene. Schon am Grund dieses Kraters konnte der Roboter mit seinem Spektrometer für thermische Emission das Mineral Hämatit nachweisen. Noch mehr davon scheint es außerhalb des Kraters zu geben. Das Mineral ist bei der Mars-Mission von besonderem Interesse, denn zumindest auf der Erde entsteht es unter dem Einfluss von Wasser. Es wäre also ein weiterer Hinweis auf eine nasse Vergangenheit des Planeten.

Der Mars-Rover Spirit indes scheint zehn Tage, nachdem ihn Speicher- und Kommunikationsprobleme lahm gelegt hatten, vollkommen genesen zu sein. Ingenieuren gelang es, die Stabilität des Bordcomputers wiederherzustellen, indem sie einige tausend Dateien aus dem Flash-Speicher des Roboters löschten. Die meisten dieser Daten stammten noch vom Hinflug zum Mars. Die Software des Rovers hatte Probleme mit dem Flash-Speicher und setzte demzufolge etwa jede Stunde einmal den Rechner zurück.

Zunächst ließ sich das Problem umgehen, indem Spirit in einen Operationsmodus versetzt wurde, der den Flash-Speicher nicht nutzt. Nach dem Löschvorgang ist das System nun auch wieder stabil, wenn der Speicher aktiv ist. Um ganz sicherzugehen, wolle man den Flash-Speicher aber noch neu formatieren, wie Mark Adler vom Jet Propulsion Laboratory erklärt. Das soll im Laufe des Montags geschehen. Zuvor soll Spirit jedoch noch alle wichtigen Daten zur Erde funken: etwa die Atmosphärendaten, die der Roboter gewonnen hatte, während die europäische Sonde Mars Express über ihn hinweg geflogen ist.

Bereits empfangen wurden die Messdaten des Mößbauer-Spektrometers sowie mikroskopische Nahaufnahmen vom Fels Adirondack, die noch vor der Panne aufgezeichnet wurden. Die Aufnahmen zeigen ein hartes, kristallines Gestein. Der Kurvenverlauf des Mößbauer-Spektrums weist laut Bodo Bernhardt von der Universität Mainz auf die Minerale Olivin, Magnetit sowie Pyroxene hin. Wie Dick Morris vom Johnson Space Center erklärt, sei diese Zusammensetzung typisch für vulkanisches Basaltgestein.

In den kommenden Tagen soll Spirit nun mit einem kleinen Schleifgerät einen Teil der verwitterten Oberfläche von Adirondack abtragen, um auch einen Blick in das Innere des Felsen zu werfen. Danach soll ein weißlicher Gesteinsbrocken angesteuert werden und schließlich ein kleiner Einschlagskrater, den die Forscher Bonneville tauften, rund 250 Meter entfernt von der jetzigen Position des Rovers. Spirit soll im Umfeld des Kraters nach Gesteinen suchen, die beim Einschlag herausgeschlagen wurden. Außerdem hoffen die Wissenschaftler, vom Kraterrand auch Gesteinsaufschlüsse ausmachen zu können.

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