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News: "Renn-Mäuse" lernen langsamer

Mäuse mit einer ausgeprägten Vorliebe für Bewegung bilden beim Laufen zwar verstärkt neue Nervenzellen im Gehirn aus, lernen aber dennoch langsamer als gewöhnliche Mäuse. Zu diesem Ergebnis kam Justin Rhodes bei Studien, die er an University of Wisconsin in Madison durchführte.

Rhodes und seine Kollegen ließen Mäuse mit einer starken Vorliebe für Bewegung und eine Referenzgruppe von normalen Mäusen an Laufrädern trainieren. Anschließend überprüften sie in einem abgedunkelten Unterwasserlabyrinth, inwieweit die Mäuse eine eingetauchte Plattform wiederfinden konnten.

Obwohl die durch das Lauftraining in Gang gesetzte Neubildung von Nervenzellen bei den "Renn-Mäusen" besonders ausgeprägt war, schnitten diese jedoch bei dem Test schlecht ab. Sie lernten sogar noch langsamer als andere bewegungsfreudige Mäuse, die zuvor kein Lauftraining absolviert hatten. Anders jedoch bei den normalen Mäusen: Bei diesen bewirkte die Übung im Laufrad eine verbesserte Lernfähigkeit.

Wie Rhodes erläutert, sind die "Renn-Mäuse" regelrecht süchtig nach Bewegung: Verweigert man ihnen den Zugang zum Laufrad, zeigen sie im Gehirn dieselben ausgeprägten Signale wie drogensüchtige Tiere. Bei diesen Mäusen behindert das Rennen die Lernfähigkeit.

Nach Ansicht der Neurowissenschaftlerin Elizabeth Gould von der Princeton University stehen die Neubildung von Nervenzellen und die Hirnfunktionen also nicht in so unmittelbarem Zusammenhang, wie bisher angenommen.

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  • Quellen
Behavioral Neuroscience 117(5): 1006–1016 (2003)

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