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Ozeane: Riesiges Korallenriff vor US-Küste entdeckt

In der Tiefsee verbirgt sich noch einiges an Neuland. Das belegt eine Tauchfahrt, die vor South Carolina ein großes Vorkommen von Korallen nachgewiesen hat.
Tauchroboter sammelt Korallenprobe ein

Etwa 260 Kilometer vor der Küste von South Carolina verbarg sich lange eine riesige biologische Struktur: ein etwa 140 Kilometer langes Tiefseekorallenriff, das erst im Sommer 2018 während der »DEEP-SEARCH«-Expedition des United States Geological Survey und der US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA entdeckt wurde. Die Forschungsfahrt sollte diesen bislang nur wenig untersuchten Bereich des Atlantiks erkunden, wobei verschiedene Tauchroboter zum Einsatz kamen. Eine dieser Tauchgänge bestätigte, dass zahlreiche Steinkorallen der Art Lophelia pertusa in dem felsigen Gebiet vor South Carolina vorkommen. Die Art wächst auf dem Kalkgerüst älterer Vorfahren und baut so über zehntausende Jahre Riffe auf.

»Das ist eine gewaltige Struktur. Und es ist unglaublich, dass sie direkt vor der US-Küste so lange unentdeckt blieb«, so Erik Cordes, leitender Wissenschaftler der Expedition gegenüber der »Huffington Post«. Lophelia pertusa gehört zu den Kaltwasserkorallen der Tiefsee, die ohne Algensymbionten leben können, indem sie Futterstoffe aus dem vorbeiströmenden Wasser aufnehmen. Verglichen mit tropischen Korallenriffen weiß die Wissenschaft bislang nur sehr wenig über die Ökologie und Artenvielfalt dieser Tiefseeriffe, die in Tiefen bis zu 2000 Metern vorkommen können.

Um die Korallen untersuchen zu können, müssen die Wissenschaftler an Bord rasch handeln, wenn die Proben emporgeholt werden: Die Polypen sterben sonst binnen kurzer Zeit durch den Hitzeschock ab, da die örtlichen Wassertemperaturen in der Tiefsee bei nur neun Grad Celsius liegen, während an Deck 30 Grad Celsius herrschen. Die Korallen werden deshalb so schnell wie möglich in einen so genannten Kaltraum gebracht, um sie zu untersuchen.

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