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Bedrohte Arten: Seltenes Perlboot nach Jahrzehnten wiedergefunden

Einst bildeten sie ganze Gebirge - heute sind Nautiliden selten geworden. Eines dieser Tiere hat sich nun nach langer Abwesenheit mal wieder gezeigt.
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Ihre Fossilien dominieren ganze Abschnitte vergangener Zeitalter, doch heute sind sie auf sechs Arten reduziert: Die Nautiliden, auch Perlboote genannt, sind sehr ursprünglich gebaute Kopffüßer, die in gewundenen Schalen durch die Weltmeere gondeln. Nun ist die wahrscheinlich seltenste Art dieser Gruppe aufgetaucht – nach 30 Jahren im Verborgenen. Der Biologe Peter Ward fotografierte Allonautilus scrobiculatus, als er vor der Ndrova-Insel in Papua-Neuguinea in 150 bis 400 Meter Tiefe Köder auslegte. Lediglich er und ein Kollege sahen das rare Tier zuvor schon einmal. Das war im Jahr 1984. Heute sind Perlboote vom Aussterben bedroht, weil sie systematisch wegen ihrer Schalen gefangen werden.

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Allonautilus scrobiculatus

Perlboote sind entfernt mit Kraken und Kalmaren verwandt, bilden aber eine Linie, die schon anhand der Schale als urtümlich zu erkennen ist. Doch das heißt nicht, dass sich die Tiere seit ihrem ersten Auftreten vor nahezu 500 Millionen Jahren nicht geändert hätten. Im Gegenteil, ihre Bandbreite an fossilen Formen ist ebenso eindrucksvoll wie ihre schiere Masse während ihrer Blütezeit im Paläozoikum – in einigen Regionen bestehen ganze Gesteine fast nur aus ihren Schalenresten. Auch A. scrobiculatus hat trotz seiner konventionellen Schalenform eine Besonderheit zu bieten: Seine Schale ist mit einer Schleimhülle bedeckt, deren Funktion noch unbekannt ist.

35/2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 35/2015

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