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Lateinamerika: Simón Bolívar mit Arsen vergiftet?

Simon Bolivars Tod
Er war einer der charismatischsten Freiheitskämpfer Lateinamerikas: Simón Bolívar. Am 19. April 1830 starb er im Alter von nur 47 Jahren im kolumbianischen Santa Marta einen rätselhaften Tod. Über Monate hinweg hatte er unter seltsamen Symptomen gelitten, die ihm zuletzt sogar die Sprache raubten. Bis jetzt waren Forscher davon ausgegangen, dass Bolívar an Tuberkulose gestorben war.

Paul Auwaerter von der Johns Hopkins University vermutet nun eine langsame, chronische Vergiftung, wie sie beispielsweise durch arsenhaltiges Wasser möglich ist. Typisch dafür: Verfärbungen der Haut, heftige Kopfschmerzen und starker Gewichtsverlust – bis der Tod eintritt. Es ist bekannt, dass Bolívar gegen allerlei Krankheiten und Wehwehchen Arsen einnahm – schließlich handelte sich dabei in jener Zeit um eine weit verbreitete Arznei. Der Forscher betont, dass die damaligen Ärzte Tuberkulose gar nicht einwandfrei diagnostizieren konnten.

Heute liegen die sterblichen Überreste Bolívars in der Kathedrale der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Da eine Untersuchung unmöglich ist, musste sich das Team um Auwaerter auf die Briefe des Helden, die Berichte seiner Ärzte und den pathologischen Bericht von damals verlassen.

Bolívar war bereits Teil der ersten Junta gegen die spanischen Kolonialherren, mit der am 19. April 1810 – vor 200 Jahren – der venezolanische Widerstand begann. Er sollte als „El Libertador“, der Befreier, in die Geschichtsbücher des damaligen Groß-Kolumbien, Perus und Boliviens eingehen. Zwanzig Jahre nach der Gründung der ersten Widerstandsgruppe, im Jahr 1830, starb Bolívar in Santa Marta an der Karibikküste des heutigen Kolumbien.

Claudia Reinert

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