Direkt zum Inhalt

Beobachtungstipps für Amateurastronomen: Mars und ferne Planeten am Abendhimmel

In der zweiten Septemberhälfte lassen sich der rote Planet Mars und die drei Gasriesen Saturn, Uranus und Neptun am Himmel sichten. Aber auch Kugelsternhaufen und offene Sternhaufen sind einen Blick wert.
Mars im Teleskop
An dieser Stelle möchten wir Ihnen im Abstand von rund zwei Wochen aktuelle Beobachtungstipps bieten. Es geht vor allem um Objekte, die sich mit einem Feldstecher oder einem kleinen Teleskop beobachten lassen. Sie eignen sich somit besonders für Einsteiger in das Thema Himmelsbeobachtung.

In der Mitte des Monats zieht der Mond am Ringplaneten Saturn vorbei. Die beiden nähern sich am Himmel über dem Südhorizont am 17. September bis auf etwa ein Grad an. Der Mond ist dabei schon ziemlich hell und durchläuft am 25. September den Vollmond.

Mond und Saturn über dem Südhorizont
Mond und Saturn über dem Südhorizont | Am Abend des 17. September 2018 nähern sich der Mond und der Ringplanet Saturn bis auf zwei Monddurchmesser einander an. Diese reizvolle Paarung lässt sich auch fotografisch gut festhalten.

Während Saturn relativ unscheinbar in der Milchstraße steht, ist dagegen der Rote Planet nicht zu übersehen. Bei Einbruch der Nacht leuchtet unser Nachbarplanet hell und orangerot im Südosten. Seine rötliche Färbung stammt von einem hohen Anteil an Eisenoxid auf einem Großteil seiner Oberfläche. Auf Mars gibt es aber nicht nur die Farbe Rot: Detailaufnahmen von Marssonden wie dem europäischen Mars Express oder dem Rover Curiosity der NASA zeigen neben dem rostroten Sand graue und weiße Flächen und sogar dunkelblaue Dünen. Mars entfernt sich nach seiner Opposition wieder langsam von der Erde. Im Teleskop erscheint er jedoch immer noch etwas größer als Saturn, der in Wirklichkeit etwa 18-mal so groß ist wie der Rote Planet.

Dunkelblaue Dünen in einem Marskrater
Dunkelblaue Dünen in einem Marskrater | Der Rote Planet hat aus der Nähe betrachtet noch viel mehr zu bieten als eine rostrote Staubwüste, hier dunkle Dünen mit einem hohen Gehalt an Hämatit.

In der zweiten Nachthälfte, wenn der Mars schon fast wieder untergegangen ist, stehen zwei weitere Planeten am Himmel. Neptun befindet sich hoch im Sternbild Wassermann, direkt neben dem Stern 83 Aquarii. Im Teleskop sind keine Details der Planetenoberfläche zu sehen, er leuchtet jedoch in einer schönen dunkelblauen Farbe. Sie wird durch die Methananteile in der Atmosphäre des Gasplaneten verursacht, die das rote Sonnenlicht absorbieren. Wie alle Gasriesen unseres Sonnensystems hat auch Neptun Ringe. Sie sind aber sehr fein und dunkel, sie lassen sich nur mit wirklich großen Profiteleskopen sichtbar machen. Der endgültige Nachweis der Neptunringe gelang der Sonde Voyager 2, als sie im August 1989 am äußersten Planeten vorbeiflog und davon Bilder zur Erde sandte.

Für weitere Informationen über das Geschehen am Nachthimmel im September empfehlen wir Ihnen die monatliche Rubrik »Aktuelles am Himmel«, die in jedem Heft von »Sterne und Weltraum« erscheint.

Etwas weiter entlang der Ekliptik in Richtung Osten liegt neben dem Wassermann das Sternbild Fische. Dort befindet sich zurzeit der Planet Uranus. Er lässt sich gut im Teleskop als blaugrüne Kugel beobachten. Er ist physisch annähernd so groß wie Neptun und somit etwa viermal so groß wie die Erde. Auch auf Uranus lassen sich keine Details erkennen. In großen Amateurteleskopen kann man jedoch die hellsten Monde des Eisriesen sehen.

Übersicht der Objekte um die Ekliptik
Übersicht der Objekte um die Ekliptik | Die Erdbahnebene, die Ekliptik, verläuft im Spätsommer durch die Sternbilder Steinbock, Wassermann und Fische. In ihrer Nähe finden sich von links nach rechts die Planeten Uranus, Neptun und Mars, zudem gesellt sich der zunehmende Mond dazu.

Am späten Abend erreicht das Sternbild Steinbock seinen höchsten Stand über dem Südhorizont. In ihm findet man einen der südlichsten Kugelsternhaufen, der in unseren Breiten zu sehen ist. Messier 30 ist zum Glück hell genug, um sich trotzdem gut beobachten zu lassen. Der Kugelsternhaufen hat einen kompakten Kern und einige schöne einzelne Sterne, die herausstechen. Etwas nördlich davon liegt im Sternbild Wassermann ein weiterer Kugelsternhaufen, Messier 2. Er ist homogener aufgebaut als Messier 30 und erscheint auch etwas leuchtschwächer.

Aufnahme des Kugelsternhaufens Messier 2
Aufnahme des Kugelsternhaufens Messier 2 | Christoph Gerhard fotografierte den Kugelsternhaufen Messier 2 im Sternbild Wassermann vom Kloster Münsterschwarzach aus. Er verwendete ein Zehn-Zoll-Newton-Teleskop und einen 4,6-Zoll-Apochromaten.

Die zweite Nachthälfte wird schon von den Herbststernbildern dominiert: Nach Mitternacht stehen der Doppelsternhaufen h&chi zwischen Perseus und Kassiopeia und die auffälligen Plejaden hoch am Himmel. Sie sind perfekte Beobachtungsziele für Fernglasbeobachter, die beispielsweise unter einem Vorstadthimmel das Weltall erkunden möchten. Beide sind helle, offene Sternhaufen und eignen sich auch gut für kleine Amateurteleskope.

Doppelsternhaufen h&chi zwischen Kassiopeia und Perseus
Doppelsternhaufen h&chi zwischen Kassiopeia und Perseus | Der Doppelsternhaufen h&chi zwischen Kassiopeia und Perseus ist ein perfektes Beobachtungsobjekt für das Fernglas. Unter guten Bedingungen sehen seine Sterne aus wie kleine Diamanten auf schwarzem Samt. Auf dem Foto ist der Doppelsternhaufen rechts im Bild zu sehen. Das Bild nahm Mario Weigand in den französischen Alpen auf.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnervideos