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Ernährung: Vitamine und Zink schützen vor Erblindung

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache von Blindheit in Industrieländern. Wie niederländische Forscher jetzt im Rahmen einer breit angelegten Studie herausgefunden haben, lässt sich durch eine Ernährung mit Beta-Carotin, Zink und Vitamin C und E das AMD-Risiko nachweislich reduzieren.

Eine Makuladegeneration entsteht als Folge von Stoffwechselstörungen auf der Netzhaut im Bereich des gelben Flecks. Dieser nur wenige Quadratmillimeter kleine Fleck ist für wesentliche Sehleistungen verantwortlich: Lesen, Gesichter-Erkennen, Detail-Wahrnehmung und Farbsicht. Die übrige Netzhaut nimmt hauptsächlich nur Umrisse und Hell-Dunkel-Kontraste wahr. Durch die Stoffwechselstörungen kommt es zu Ablagerungen, die zu Funktionseinbußen führen können. Es beginnt damit, dass die Betroffenen in der Mitte des Gesichtsfeldes verschwommen, verzerrt oder einen dunklen Fleck sehen – die Krankheit kann aber auch zur Erblindung führen.

Redmer van Leeuwen vom Erasmus Medical Centre in Rotterdam und seine Kollegen wollten herausfinden, inwieweit Antioxidanzien aus der täglichen Nahrung diesen degenerativen Prozess im Auge stoppen können. Die Daten stammten aus einer Studie, bei der über 55-Jährige aus einem Mittelschicht-Vorort der Stadt Rotterdam über mehrere Jahre hinweg zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und auch körperlich untersucht wurden. Von den 5836 Personen, die zu Beginn der Studie ein AMD-Risiko aufwiesen, gab es zu 4765 verlässliche Ernährungsdaten, und 4170 von ihnen nahmen an der Fortsetzung der Studie in den letzten acht Jahren teil. Während dieser Periode wurde bei 560 Personen die Krankheit diagnostiziert. Überwiegend geschah dies im Frühstadium – was die Therapieaussichten verbessert.

Wie van Leeuwen und sein Team feststellen konnten, besteht zwischen den vier genannten Ernährungsbestandteilen und dem Risiko einer AMD ein deutlicher Zusammenhang. Eine überdurchschnittliche Einnahme von mindestens einem dieser Nährstoffe reduzierte im Vergleich zu einer unterdurchschnittlichen Einnahme das AMD-Risiko um 35 Prozent, berichten sie. Besondere Bedeutung hatten dabei Zink und Vitamin E. Nahmen die Betroffenen von allen vier Bestandteilen stets zu wenig zu sich, erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit für eine AMD um ein Fünftel.
29.12.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 29.12.2005

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