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Agrargeschichte: Weizen war in China bereits sehr früh bekannt

Chinesische Bauern pflanzten bereits 2400 bis 2000 v. Chr. Weizen an. Zusammen mit den Erträgen von Reis und Hirse ermöglichte dieses Getreide zur damaligen Zeit anscheinend das starke Wachstum von Städten bei Liangchengzhen in der Provinz Shandong im Norden des Landes.

Damit widerlegen die Ausgrabungen von Archäologen um Gary Crawford von der Universität Toronto die bisherige Ansicht, dass im Neolithikum allein Hirse das wichtigste Nahrungsmittel Nordchinas war. Stattdessen kam bereits dem Reis eine bedeutende Rolle bei der Ernährung der Menschen zu.

Mehr noch faszinierte die Wissenschaftler jedoch die Entdeckung von Weizenkörnern, die sie in einer Grube zwischen den neolithischen Fundamenten von Häusern und Müllplätzen fanden. Da aber Weizen höchst wahrscheinlich im Nahen Osten aus Gräsern gezüchtet und veredelt wurde, die Chinesen jedoch nach bisherigem Kenntnisstand erst sehr viel später mit den dortigen Kulturen in Kontakt traten, ist die Herkunft dieser Samen nach Angaben der Forscher noch unbekannt. Sie deutet aber eine frühe Handelsverbindung zwischen beiden Regionen an.

Die Untersuchungen vermittelten zudem den beteiligten Wissenschaftlern einen vertieften Kenntnisstand zur landwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit dieser frühen chinesischen Kultur. So verfügten die steinzeitlichen Reisbauern etwa bereits über gute Erfahrungen mit der Düngung durch Nährstoffe, die mit Bewässerungswasser auf die Felder geleitet wurden. Auch konstruierten sie Managementsysteme zur künstlichen Bewässerung und Wasserrückhaltebecken, um Trockenzeiten zu überbrücken.

Diese für die damalige Zeit fortschrittliche Landwirtschaft sowie der kombinierte Anbau von Weizen, Hirse und Reis mit hohen Erträgen scheint nach Ansicht von Crawford und seiner Kollegen einen starken Bevölkerungsanstieg ausgelöst zu haben, der den Grundstein zur Entwicklung des heutigen Milliardenvolkes legte.

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