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Artenschutz: WWF warnt: Palmölboom gefährdet Nasenaffen

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Die rapide Ausweitung von Palmölplantagen auf Kosten des Regenwalds auf der südostasiatischen Insel Borneo bedroht in zunehmenden Maße die nur dort vorkommenden Nasenaffen (Nasalis larvatus).

So weitete Malaysia in seinen Provinzen Sarawak und Sabah allein zwischen 1998 und 2003 nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF die Flächen für Ölpalmen um jährlich acht Prozent aus – häufig auf Kosten von Primärwald. In einem der wichtigsten Verbreitungsgebiete der Art entlang des Kinabatangan-Flusses verblieb so nur ein schmaler Regenwaldkorridor, in dem noch geschätzte 900 Nasenaffen überleben. Der Gesamtbestand der Spezies auf Borneo wird auf etwa 8000 Individuen geschätzt. Doch sind weite Teile ihres Verbreitungsgebiets für die Expansion der Landwirtschaft oder den Holzeinschlag vorgesehen.

Der ungezügelte Einschlag und Brandrodungen gefährden zudem noch viele weitere Tier- und Pflanzenarten der Insel wie den Orang-Utan, eine Unterart des Asiatischen Elefanten, Raubkatzen und endemische Vögel. Indonesien plant bereits im momentan noch weit gehend unberührten Zentrum Borneos weitere riesige Plantagen für die Palmölproduktion zu schaffen. Das Pflanzenfett findet in einer Vielzahl von Produkten wie Margarine, Lippenstiften oder Waschmitteln Verwendung und wird daher in großen Mengen in Deutschland importiert. Die zur Rodung eingesetzten Feuer hüllen alljährlich weite Teile der Region in Smog und werden von der WHO als eines der größten Gesundheitsrisiken der lokalen Bevölkerung betrachtet.
25.08.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 25.08.2005

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