Direkt zum Inhalt

»Emotionales Erbe«: Viele Fälle, eine Aussage

Persönliche Schicksale mahnen zur Aufarbeitung von Traumata. Eine Rezension
Vater und Mutter betreuen Sohn und Tochter bei den Hausaufgaben

Krieg, der Verlust eines geliebten Menschen und andere tragische Geschehnisse können tiefe Narben auf der Seele hinterlassen. Wie wirkt es sich aus, wenn traumatische Erlebnisse nicht aufgearbeitet werden und das Lebensglück der nachfolgenden Generationen mitbestimmen?

Dieser Frage möchte die Psychoanalytikerin und klinische Supervisorin Galit Atlas in ihrem Buch nachgehen. Hier und da verweist sie auf wissenschaftliche Erkenntnisse oder Aussagen von Vertretern der Psychoanalyse, aber insgesamt gleicht das Buch einem Roman. Atlas verwebt Fallbeschreibungen mit ihren eigenen Beobachtungen und Gefühlen, zum Teil auch mit ihrer Lebensgeschichte. Es stellt sich die Frage: Welche hilfreichen Erkenntnisse kann die Leserschaft daraus ziehen? 

Die Autorin unterteilt das Buch in drei Abschnitte, die jeweils mehrere Fallgeschichten beinhalten: Traumata der Großeltern, der Eltern und der eigenen Generation. Mit Letzterer sind die Klientinnen und Klienten gemeint, die sich bei Atlas in Therapie befinden. Allerdings gelingt es der Autorin nicht, sich konsequent an ihre eigene Einteilung zu halten. So bespricht Atlas in einem Kapitel über die Eltern Traumata der eigenen Generation, während in einer Fallbeschreibung der aktuellen Generation das Trauma der Mutter schwerer wiegt als das der Klientin.

Trotz dieser Willkür spiegelt sich in den berührend beschriebenen Schicksalen die Kompetenz und Geduld der Therapeutin, die Problemen auf den Grund geht, um ihren Patienten zu helfen. Der Respekt vor ihrer Arbeit bleibt groß – nur die Vermittlung ihrer Botschaft hätte kürzer und wissenschaftlich fundierter ausfallen können.

Kennen Sie schon …

Gehirn&Geist – Perfektionismus - Ein Risikofaktor für psychische Erkrankungen?

Rund 30 Prozent der Erwachsenen zeigen perfektionistische Tendenzen – doch oft hat dies auch seinen Preis. Perfektionismus kann ein Risikofaktor für psychische Erkrankungen sein. Wir berichten, wie ein gesunder Umgang mit den eigenen hohen Ansprüchen gelingen kann und welche Form von Perfektionismus Eltern vermeiden sollten, um ihre Kinder zu entlasten. Außerdem werfen wir einen Blick auf die langen Wartezeiten in der Psychotherapie, beleuchten, ob Ohrstöpsel tatsächlich den Schlaf verbessern, und fragen, wie wir möglichst lange gesund leben können.

Spektrum Psychologie – Resilienz – Gutes Leben trotz schlechter Eltern

Eine schwere Kindheit hinterlässt Spuren. Im Gespräch erklärt Resilienzforscherin Barbara Hanfstingl, warum es heilsam sein kann, eigene Wut zuzulassen und wie Menschen trotz früher Verletzungen innere Stärke finden. Außerdem: Narzissmus im Escape-Room, warum Verzicht glücklich macht und mehr.

Spektrum - Die Woche – Die Erkrankung mit den vielen Gesichtern

Depression hat unterschiedliche Gesichter – viele Menschen wirken stark, präsent und voller Energie. Doch manchmal verbirgt sich hinter dem Lächeln ein stiller Schmerz. Außerdem: Warum Jeffrey Epstein den Kontakt zu berühmten Wissenschaftlern suchte.

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.