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Klimawandel: Land unter im Pazifik

Die Salomonen drohen dem Klimawandel zum Opfer zu fallen und im Ozean zu versinken. Und das, obwohl die Beiträge der Bewohner zur Erderwärmung relativ gering sind. Doch der Meeresspiegel kennt keine Gerechtigkeit und steigt global gesehen auch nicht überall gleich schnell.
Klimawandel: Land unter im Pazifik

Veröffentlicht am: 13.05.2019

Laufzeit: 0:17:12

Sprache: englisch

Während der Klimawandel bei uns zum Teil noch immer den Status einer akademischen Debatte zu haben scheint, ist er für zahlreiche Inselstaaten und Küstenanrainer bereits grausame Realität. In dem Video aus der Reihe »60 Minutes Australia« wird mit eindrucksvollen Bildern gezeigt, wie weite Teile der Salomon-Inseln im Lauf der letzten zwei Jahrzehnte unter den Meeresspiegel geraten sind. Interviews mit Bewohnern, die seit Generationen auf diesen Inseln leben, verdeutlichen die Hoffnungslosigkeit der Situation und die Verzweiflung der Betroffenen, die zusehen müssen, wie ihre Heimat langsam im Meer versinkt.

Während die Ozeane im vergangenen Jahrhundert im globalen Durchschnitt noch um »lediglich« 1,7 Millimeter stiegen, beträgt die aktuelle Rate bereits deutlich über drei Millimeter pro Jahr. Ursache für diese Beschleunigung ist zum größten Teil die vom Menschen verursachte globale Erwärmung. Sie führt einerseits zu einer thermischen Ausdehnung des Meerwassers und lässt andererseits Gletscher und Eisschilde abschmelzen, wodurch Wasser vom Festland in die Ozeane gelangt. Wie der Meeresspiegelforscher Simon Albert von der australischen University of Queensland im Video sagt, steigt der Ozean bei den Salomon-Inseln allerdings mit einer Rate, die mit sieben bis zehn Millimetern pro Jahr deutlich über dem globalen Durchschnitt liegt – ein Hinweis auf die komplexen Zusammenhänge im System Erde.

Vor allem das Abschmelzen der Eisschilde von Grönland und der Antarktis bedeutet weit mehr als einfach nur zusätzliches Wasser, das ins Meer fließt. So muss in diesen Fällen auch die Gravitation der Eismassen in Betracht gezogen werden, die das Wasser an ihren Rändern anziehen und dadurch den Meeresspiegel dort leicht erhöhen – ähnlich wie der Mond durch seine Anziehungskraft die Gezeiten verursacht, nur in geringerem Ausmaß. Wenn das Eis schließlich auf Grund der höheren Temperaturen schmilzt, verliert es an Masse und übt weniger Anziehung auf das Meerwasser aus, wodurch der Meeresspiegel lokal sinkt. Der Verlust an Eismasse verändert also das Gravitationsfeld der Erde und führt dazu, dass sich frisches Schmelzwasser und Meerwasser in Richtung weit entfernter Küsten bewegen und dort einen überdurchschnittlichen Anstieg des Meeresspiegels bewirken. So haben Studien ergeben, dass die Eisschmelze in der Antarktis das Wasser in Kalifornien und Florida um 50 Prozent schneller steigen lässt als in anderen Teilen der Welt. Vor allem Gegenden in den mittleren bis niedrigen Breiten unseres Planeten tragen die Hauptlast dieses Effekts, da sie zwischen der Antarktis und Grönland liegen. Effekte wie dieser machen Auswirkungen des Klimawandels zu einem globalen Roulette, bei dem es zwar keine Gewinner, im Pazifik allerdings bereits die ersten klaren Verlierer gibt.

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