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Kompaktlexikon der Biologie: Araneae

Araneae, Webspinnen, mit fast 34000 Arten in 105 Fam. neben den Milben (Acari) die artenreichste Gruppe der Arachnida. A. besiedeln alle terrestrischen Lebensräume, nur die Wasserspinne, Argyroneta aquatica, lebt unter Wasser. Kennzeichnend für den Körperbau ( vgl. Abb. ) der A. sind vor allem das kurze, sackähnliche Opisthosoma, das mit einem Petiolus beweglich am Prosoma ansetzt, die gleichartigen Laufbeine und die bein- oder tasterartigen Pedipalpen. Viele Spinnen haben einen dicht beborsteten Körper. Die Beine werden durch Muskeln gebeugt, aber durch Hämolymphdruck gestreckt. Sie können bei vielen Arten im Gelenk zwischen Coxa und Trochanter autotomiert (Autotomie) werden. A. besitzen Giftdrüsen in den Cheliceren, die wichtig für den Beutefang sind. Die Gifte, Neurotoxine oder cytotoxisch bzw. hämolytisch wirkende Substanzen, können z.T. auch dem Menschen gefährlich werden, wobei die Cheliceren der meisten Arten zu schwach sind, die menschliche Haut zu durchdringen. Das zweite wichtigste Hilfsmittel beim Beutefang ist das Netz, das mit Hilfe der Spinndrüsen im Opisthosoma angefertigt wird. Atmungsorgane der A. sind ursprünglich zwei Lungenpaare, die bei den Neocribellatae teilweise oder ganz durch Tracheen ersetzt sein können. Geschlechtsdimorphismus ist weit verbreitet, und zwar sowohl Unterschiede in der Färbung (z.B. Salticidae, Lycosidae) als auch in der Größe, wobei die Weibchen z.T. wesentlich größer sind als die Männchen. – Klassifizierungen der A. wurden nach unterschiedlichen Merkmalen vorgenommen. So werden nach Lage der Spinnwarzen Mesothelae und Opisthothelae unterschieden, nach Stellung der Cheliceren Orthognathae und Labidognathae, nach dem Bau der Geschlechtsorgane Haplogynae und Entelegynae und nach dem Vorhandensein eines Cribellums Cribellatae und Ecribellatae, wobei man heute annimmt, dass das Cribellum eine Autapomorphie der Stammart der A. war und bei verschiedenen Gruppen konvergent zurückgebildet wurde. Zu den A. gehören u.a. folgende Fam.: Agelenidae, Araneidae, Amaurobiidae, Clubionidae, Lycosidae, Salticidae, Theraphosidae.



Araneae: Bauplan der Webspinnen (Araneae)

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Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
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Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
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Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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