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Kompaktlexikon der Biologie: Archaeopteryx

Archaeopteryx, Urvogel, der älteste Vogel, belegt in sieben Exemplaren aus dem lithographischen Schiefer von Solnhofen/Eichstätt (Eichstätt) und seit 1997 einem achten Exemplar aus den Mörnsheimer Schichten der westlichen Altmühlalb bekannt. A. zeigt ein Mosaik aus Reptil- und Vogelmerkmalen und gilt deshalb als „Bindeglied“ zwischen beiden Gruppen. Reptilienmerkmale sind u.a. ein reptilartiges Gehirn, bezahnte Kiefer, freie bekrallte Finger, ein flaches, ungekieltes Brustbein, ein langer Reptilschwanz aus freien Wirbeln sowie Bauchrippen. Vogelmerkmale sind u.a. die Federn, das Gabelbein, die nach hinten gerichtete Großzehe ( vgl. Abb. ). Die spitzen, sichelartigen Krallen mit scharfen Innenkanten dürften A. befähigt haben, auf Bäume zu klettern und von dort zu Gleitflügen zu starten. Eine gängige Theorie sieht die Evolution des Vogelflugs über ein solches baumkletterndes, primär gleitfliegendes Stadium. Andererseits wird wegen der gut ausgeprägten Laufbeine des A. diskutiert, ob der Luftraum nicht von flinken Bodenläufern erschlossen wurde, die mit aufgespannten Vorderbeinen Insekten jagten und kurze Distanzen springend überwanden. Von A. sind zwei Arten bekannt: Archaeopteryx lithographica H. von Meyer ( vgl. Abb. ) und Archaeopteryx bavarica Wellnhofer.

Literatur:Wellnhofer, P.: Archaeopteryx, Heidelberg 1997. – Urvögel – Themenheft 5 in Praxis der Naturwissenschaften (Biologie), 47 (5), Köln 1998.



Archaeopteryx: Archaeopteryx lithographica H.v.Meyer aus dem oberen Weißjura von Bayern



Archaeopteryx: Skelett des Archaeopteryx. Im Vergleich zu theropoden Dinosauriern zeigt der Urvogel wesentlich längere Vorderextremitäten; gegenüber den heutigen Vögeln fehlen ihm im Brustschulterapparat die Anpassungen an den Schlagflug (z.B. das verknöcherte Brustbein mit hohem Kamm). Statt des Brustbeins besitzt er noch Bauchrippen, hat dafür aber bereits ein Gabelbein entwickelt

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Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
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Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
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Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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