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Kompaktlexikon der Biologie: Dinosaurier

Dinosaurier, künstliches Taxon ohne systematischen Rang, das als allg. Bez. für zwei Reptiliengruppen des Mesozoikums gebraucht wird: die Ornithischia (Vogelbecken-Saurier) und die Saurischia (Echsenbecken-Saurier). Beide gehören der Unterklasse Archosauria (Reptilia) an und stammen wahrscheinlich von den in der Trias verbreiteten Thecodontia ab. Nächste lebende Verwandte der D. sind die Vögel (Aves). Nach neueren Erkenntnissen sollen viele D. im Gegensatz zu den rezenten Reptilien warmblütig gewesen sein. Die meisten D. bewohnten Niederungsgebiete mit reicher Vegetation im Bereich von Meeresküsten oder Binnengewässern. Sie waren an warmes, subtropisches Klima angepasst, konnten aber auch Kälteperioden überstehen. Fährten geben Hinweise darauf, dass viele D. in Familienverbänden oder Gruppen lebten, die teilweise saisonale Wanderungen unternahmen. Von den Coelurosauriern wird angenommen, dass sie in Rudeln jagten. Bei einigen D. sind durch Funde von Nistkolonien und Nestern Brutpflege, Fütterung und Beschützung von Jungtieren belegt; auch konnte aus den Funden geschlossen werden, dass der Brutvorgang bei den D. ähnlich wie bei Vögeln ablief.

Das endgültige Aussterben der D. am Ende der Kreide vor ca. 65 Mio.Jahren, ist bis heute nicht hinreichend geklärt. Grundsätzlich wird bei den bestehenden Hypothesen zwischen terrestrischen und extraterrestrischen Ursachen unterschieden. Zu ersteren gehören u.a. Vulkanismus, Änderung von Gravitation, Druck und allg. von Umweltbedingungen sowie ökologische und biologische Ursachen wie Überbevölkerung, Ernährungsprobleme, Degeneration, Konkurrenz mit Säugetieren usw. Dem stehen die extraterrestrischen Hypothesen gegenüber, nach denen ein (tatsächlich am Übergang Kreide/Tertiär stattgefundener) Meteoriteneinschlag oder auch Sonneneruptionen oder die Explosion einer Supernova zu katastrophalen Umweltveränderungen auf der Erde führten und ein Massenaussterben verursachten. Sicher ist jedoch, dass das Aussterben an der Wende Kreide/Tertiär viele Organismen betraf, jedoch nicht alle weltweit gleichzeitig. Zudem vollzog sich das Aussterben der D. stufenweise. Über 90 % aller D.-Gattungen und einige Gruppen waren schon vor Ende der Kreide wieder verschwunden. Insgesamt erstreckte sich das Aussterben der D. über einen Zeitraum von ca. drei Mio. Jahren. Deshalb wird angenommen, dass es hauptsächlich in der Biologie der Organismen begründet war, wobei unter Umständen durch Katastrophen hervorgerufene Umweltveränderungen verstärkend wirkten.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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