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Kompaktlexikon der Biologie: Nucleolus

Nucleolus, Plural Nucleolen, Kernkörperchen, das im Lichtmikroskop sichtbare 2 – 5 μm große kompakte Gebilde im Nucleus, in dem die Synthese der Prä-Ribosomen erfolgt. Mit einer Dichte von 1,35 g cm-2 gehören N. zu den dichtesten Bestandteilen lebender Zellen. Im Anschluss an die Telophase der Mitose entstehen N. neu an den so genannten Nucleolus-Organisator-Regionen (NOR), bei denen es sich um sekundäre Einschnürungen von Satellitenchromosomen handelt. N. bestehen aus 5-8 nm dicken Filamenten (Pars fibrosa) und aus Granula (Pars granulosa), wobei letztere im äußeren Bereich lokalisiert sind. Im N. sind Gene der ribosomalen RNA lokalisiert, die als große Primärtranskripte abgelesen und anschließend prozessiert werden (Ribosomen).

Der Kern von tierischen Zellen weist häufig nur einen N. auf, wohingegen Pflanzenzellen mehrere N. besitzen, die deren Ploidiegrad widerspiegeln. Von wenigen Ausnahmen abgesehen fehlen N. nur in den Zellkernen von Zellen, in denen keine Proteinsynthese mehr erfolgt. Hierzu zählen nicht wachsende Zellen wie reife Lymphocyten, Spermien und generative Kerne der Pollenschläuche.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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