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Kompaktlexikon der Biologie: Picidae

Picidae, Spechte, zu den Piciformes gehörende Fam. mit rund 200 Arten, die auf drei Unterfamilien verteilt werden: Wendehälse (Jynginae; z.T. auch als eigene Fam. Jyngidae angesehen), Weichschwanz-Spechte (Picumninae) und Stützschwanz-Spechte (Picinae). Charakteristisch für die P. ist die weit vorstreckbare lange Zunge, deren Spitze oft mit Häkchen besetzt ist, und die dazu dient, Insekten aus ihren Verstecken zu holen. Die meisten Arten haben einen kräftigen Schnabel, mit dem sie zur Nahrungssuche oder beim Bau der Bruthöhle Holz bearbeiten. Außer Insekten fressen die Spechte auch Samen und Früchte, wobei sie harte Stücke oft in Spalten einklemmen, um sie zu öffnen; diese so genannten „Spechtschmieden“ sind an den herumliegenden Nahrungsresten gut zu erkennen. Anstelle des Gesangs sind bei vielen Arten „Trommelwirbel“ getreten, die durch rasches Klopfen auf einen resonanzfähigen Untergrund zustandekommen; die Frequenz ist artspezifisch.

In Deutschland brütende Arten sind: der Große Buntspecht (Picoides major), der häufigste Specht in Europa; er ist schwarzweiß mit rotem Nackenstreif und rotem Steiß; weiterhin der etwas kleinere, ähnlich gefärbte Mittelspecht (Picoides medius), und der ebenfalls schwarzweiße Kleinspecht (Picoides minor) mit rotem Scheitel und dunkel gestreifter Unterseite, der kleinste Specht der Region; größter Specht dort ist der fast krähengroße, schwarze Schwarzspecht (Dryocopus martius) mit rotem Nackenfleck; olivgrün gefärbt, mit rotem Nacken und Scheitel sowie beim Männchen rotem, schwarzgerandetem Bartstreif ist der Grünspecht (Picus viridis), und sehr ähnlich, aber etwas kleiner und weniger lebhaft gefärbt, der Grauspecht (Picus canus). Das Gefieder des Wendehalses (Jynx torquilla) ist rindenartig tarnfarben.

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  • Die Autoren

Redaktion:
Dipl.-Biol. Elke Brechner (Projektleitung)
Dr. Barbara Dinkelaker
Dr. Daniel Dreesmann

Wissenschaftliche Fachberater:
Professor Dr. Helmut König, Institut für Mikrobiologie und Weinforschung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Professor Dr. Siegbert Melzer, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich
Professor Dr. Walter Sudhaus, Institut für Zoologie, Freie Universität Berlin
Professor Dr. Wilfried Wichard, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln

Essayautoren:
Thomas Birus, Kulmbach (Der globale Mensch und seine Ernährung)
Dr. Daniel Dreesmann, Köln (Grün ist die Hoffnung - durch oder für Gentechpflanzen?)
Inke Drossé, Neubiberg (Tierquälerei in der Landwirtschaft)
Professor Manfred Dzieyk, Karlsruhe (Reproduktionsmedizin - Glück bringende Fortschritte oder unzulässige Eingriffe?)
Professor Dr. Gerhard Eisenbeis, Mainz (Lichtverschmutzung und ihre fatalen Folgen für Tiere)
Dr. Oliver Larbolette, Freiburg (Allergien auf dem Vormarsch)
Dr. Theres Lüthi, Zürich (Die Forschung an embryonalen Stammzellen)
Professor Dr. Wilfried Wichard, Köln (Bernsteinforschung)

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