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Lexikon jüdischer Philosophen

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Ab 1933 ausgegrenzt und vergessen: das philosophische Denken des Judentums. In rund 180 Porträts von Autoren und Texten stellt das Lexikon das Spektrum jüdischen Denkens von der Antike bis zur Gegenwart vor. Jeder Beitrag schafft intellektuelle Profile und Interpretationen im Spiegel der jeweiligen theologischen und philosophischen Denkrichtung. Dadurch werden die Wechselwirkungen und der produktive Austausch zwischen Judentum und den griechischen, islamischen, christlichen und modernen europäischen Kulturen und Philosophien in den Blick gerückt. Dieses Lexikon liefert erstmals in deutscher Sprache eine umfassende Darstellung jüdischer Philosophen.

Hinweise

Zur Umschrift hebräischer und arabischer Wörter und Namen

Für die Umschrift hebräischer Wörter wurde das gewöhnlich in der Fachliteratur gebrauchte Alphabet zugrunde gelegt, mit Ausnahme der Zeichen y und ˙ h für das hebräische Jod und Chet. Als klangliche Äquivalente wurden hierfür im Hinblick auf den deutschsprachigen Leser die Buchstaben j und ch gewählt. Für die Umschrift arabischer Wörter wurde ebenfalls das international für das J¯a’ gebräuchliche y durch j ersetzt (das für das arabische Djim übliche j wird durch ˘g wiedergegeben). Es wurde kein Versuch unternommen, die beiden Transkriptionssysteme des Arabischen und Hebräischen kompatibel zu machen, da dies zu konstruierten Schriftbildern geführt hätte (so wird der Ch-Laut in hebräischen Wörtern gewöhnlich durch ch wiedergegeben, in arabischen aber mit kh).

Als Regel gilt, daß klein und kursiv geschriebene Wörter eine exakte Transkription aus dem Hebräischen bzw. dem Arabischen darstellen (z.B. nimmuqim, chajjim, kit¯ab). Dagegen wurden hebräische Begriffe, die im deutschen Sprachraum häufiger anzutreffen sind, groß bzw. nicht kursiv geschrieben. Ihre Schreibweise folgt dann der Schreibweise, wie sie sich für diese Wörter eingebürgert hat (z.B. Mischna, Mizwot, Haskala). Jedoch wurde auch das Alef am Wortanfang von kursiv transkribierten Wörtern nicht wiedergegeben, weil ihm in der Aussprache keine Bedeutung zukommt (innerhalb eines Wortes ist es aber am Silbenanfang gekennzeichnet, weil es dann für die Aussprache von Bedeutung ist). In hebräischen Namen wurden Verdopplungen oder die Buchstaben Alef und Ajin nicht wiedergegeben (mit wenigen Ausnahmen wie etwa Sa+adja), denn auch hierbei wurde der gewohnheitsmäßigen Transkription der Vorzug gegeben (aus demselben Grund wurden die arabischen Namen exakt transkribiert, weil dies der Umschriftstandard für arabische Texte ist). Allerdings wurde auch in der Wiedergabe der hebräischen Namen nach einer gewissen Vereinheitlichung gestrebt und z.B. das Jod, wo möglich, mit j und das Kuf, wo möglich, mit q wiedergegeben (z.B. Elijah, Shabbetaj, Qimchi).

Zur Aussprache

In der Transkription steht ein Punkt unter dem Buchstaben jeweils für eine emphatische Aussprache des Konsonanten, unter dem h für scharfes h. z wird in der Umschrift als stimmhaftes (weiches) s ausgesprochen. ch wird hart gesprochen, kh als weiches ch oder als k (im Hebräischen) bzw. als hartes ch (im Arabischen). ’ steht für die getrennte Aussprache zweier Vokale, + für einen durch Kehlkopfverschluß erzeugten Laut. Für das Arabische gilt außerdem, daß th wie hartes englisches th ausgesprochen wird, dh wie weiches th; gh entspricht einem Laut zwischen g und r, und ˘g spricht sich wie dsch. Striche über Buchstaben kennzeichnen lange Vokale.

Abkürzungen

Siglen der wissenschaftlichen Zeitschriften und Lexika

AHDLMA Archives d’histoire doctrinale et litte´raire du Moyen Aˆ ge
ARAM Zeitschrift des Oriental Institute der Oxford University
BLBI Bulletin of the Leo Baeck Institute
DVjs Deutsche Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte
EnJu Encyclopaedia Judaica
FJB Frankfurter Judaistische Beiträge
HUCA Hebrew Union College Annual
JJS Journal of Jewish Studies
JQR Jewish Quarterly Review
JSOT Journal for the Study of the Old Testament
JSQ Jewish Studies Quarterly
MGWJ Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
PAAJR Proceeding of the American Academy for Jewish Research
REJ Revue des ´Etudes Juives
WZjTh Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
YLBI Year Book of the Leo Baeck Institute
ZHG Zeitschrift [des Vereins] für Hamburgische Geschichte
ZRGG Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte
ZrIJ Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums

Autoren

Abel, Wolfgang von (Heidelberg): J¯usuf al-Ba˙s¯ır
Abrams, Daniel (Jerusalem): Isaak der Blinde
Adelmann, Dieter (Wachtberg): Manuel Joel
Adunka, Evelyn (Wien): Simon Dubnow, Jacob Klatzkin, Hugo Bergman, Ernst A. Simon
Albertini, Francesca (Freiburg): Isaak Heinemann
Bechtel, Delphine (Paris): Chajim Schitlowski
Biller, Gerhard (Münster): Theodor Herzl
Boelke-Fabian, Andrea (Frankfurt a. M.): Theodor Lessing
Bourel, Dominique (Jerusalem): Lazarus Bendavid, Salomon Munk, Alexander Altmann
Bouretz, Pierre (Paris): Leo Strauss, Emmanuel Lévinas
Brämer, Andreas (Hamburg): Zacharias Frankel
Bruckstein, Almut Sh. (Jerusalem): Steven S. Schwarzschild
Brumlik, Micha (Frankfurt a. M.): Sigmund Freud, Ernst Bloch, Franz Rosenzweig, Walter Benjamin, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Hannah Arendt
Davidowicz, Klaus (Wien): Jakob L. Frank
Davies, Martin L. (Leicester/GB): Marcus Herz, David Friedländer, Sabattja Wolff
Delf von Wolzogen, Hanna (Potsdam): Fritz Mauthner, Gustav Landauer, Margarete Susman
Doktor, Jan (Warschau): Dov Bär aus Meseritz, Elijahu Zalman
Elqayam, Abraham (Ramat Gan): Shabbetaj Zwi, Nathan von Gaza
Feiner, Shmuel (Ramat Gan): Isaak Euchel
Fraenkel, Carlos (Berlin): Abraham ibn Da’ud, Jehudah und Shmuel ibn Tibbon, David Qimchi, Gersonides, Chasdaj Crescas, Spinoza, Harry Wolfson, Shlomo Pines
Fraisse, Otfried (Rodheim): Abraham ben Moshe ben Maimon, Moshe ibn Tibbon
Freudenthal, Gad (Châtenay-Malabry): Israel Zamosc
Freudenthal, Gideon (Tel Aviv): Salomon Maimon
Funk, Rainer (Tübingen): Erich Fromm
Gelber, Mark H. (Beer-Sheva): Nathan Birnbaum, Max Brod
Goetschel, Roland (Straßburg): Moses Luzzatto
Goetschel, Willi (New York): Hermann L. Goldschmidt
Guetta, Alessandro (Paris): Samuel Luzzatto, Elijah Benamozegh
Hadas-Lebel, Mireille (Paris): Flavius Josephus, Eliezer Ben-Jehuda Harvey, Warren Zev (Jerusalem): Lewi ben Abraham aus Villefranche
Hasselhoff, Görge K. (Bornheim): Jacob Guttmann
Haußig, Hans-Michael (Berlin): Isaak Baer Levinsohn, Salomon Ludwig Steinheim, Zwi Hirsch Kalischer, Samuel Holdheim
Hayoun, Maurice-Ruben (Boulogne): Nachmanides, Isaak ibn Latif, Moshe Narboni, Jakob Emden
Heimböckel, Dieter (Bottrop): Walther Rathenau
Heitmann, Margret (Duisburg): Jonas Cohn
Herrmann, Klaus (Berlin): Jochanan Alemanno
Heschel, Susannah (New Hampshire): Abraham Geiger
Hiscott, William (Berlin): Saul Ascher
Huss, Boaz (Cambridge/Mass.): Moshe ben Shem Tov de Leon
Idel, Moshe (Jerusalem): Abraham Abulafia
Jospe, Raphael (Jerusalem): Shem Tov ibn Falaquera
Kasher, Hannah (Ramat Gan): Joseph ibn Kaspi
Kaufmann, Uri (Heidelberg): David Kaufmann
Kilcher, Andreas (Münster): Baal Schem Tov, Heinrich Graetz, Heinrich Loewe, Chajim Nachman Bialik, Otto Weininger, Gershom Scholem
Kratz-Ritter, Bettina (Göttingen): Salomon Formstecher
Kriegel, Maurice (Paris): Isaak Abravanel
Krochmalnik, Daniel (Heidelberg): Nachman Krochmal
Kurbacher-Schönborn, Frauke A. (Münster): Sarah Kofman
Lease, Gary (California): Hans-Joachim Schoeps
Leicht, Reimund (Berlin): Sa+adja Gaon, Bachja ibn Paqudah, Abraham bar Chijja
Lenzen, Verena (Luzern): Edmond Jabès, Schalom Ben-Chorin
Levy, Ze’ev (Hefer, Israel): David Baumgardt
Lindenberg, Daniel (Paris): Manasse ben Israel, Isaak de Pinto
Mattern, Jens (Jerusalem): Jacob Taubes
Mendes-Flohr, Paul (Jerusalem): Moses Mendelssohn, Martin Buber, Nathan Rotenstreich
Meyer, Thomas (München): Benzion Kellermann, Albert Lewkowitz
Miletto, Gianfranco (Halle): Isaak Aboab, Elijah Levita, David Gans, Abraham Portaleone, Leone Modena
Möbuß, Susanne (Hannover): Philon von Alexandrien, Isaak Albalag, Elijah Delmedigo
Morgenstern, Matthias (Tübingen): Samson R. Hirsch, Aharon D. Gordon, Abraham Kook, David Neumark, Isaac Breuer, Jeshajahu Leibowitz
Morlok, Elke (Jerusalem): Joseph Gikatilla
Mühlethaler, Lukas (New Haven): Muqamma˙s, Qirqis¯an¯ı, Joseph ibn Zaddiq, Sa+d ibn Kamm¯una
Münz, Christoph (Greifenstein): Emil L. Fackenheim, Irving Greenberg
Necker, Gerold (Berlin): Abraham ibn Ezra, Israel Saruq, Abraham Kohen de Herrera
Niewöhner, Friedrich (Wolfenbüttel): Uriel da Costa
Petry, Erik (Basel): Leon Pinsker
Rauschenbach, Sina (Berlin): Joseph Albo
Ravid, Benjamin (Newton Centre/MA): Simon Rawidowicz
Rigo, Caterina (Jerusalem): Jakob Anatoli, Moshe ben Shlomo von Salerno, Jehudah Romano
Roemer, Nils (Hampshire/GB): Moses Hess
Ruderman, David (Philadelphia): George Levison
Schad, Margit (Berlin): Rapoport, Michael Sachs
Schäfer, Barbara (Berlin): Achad Haam, Micha J. Berdyczewski
Schröder, Bernd (Saarbrücken): Eliezer Schweid, David Hartman
Schulte, Christoph (Potsdam): Max Nordau
Schwartz, Yossef (Jerusalem): Isaak Israeli, Salomon ibn Gabirol, Jehudah Halewi, Maimonides, Eliezer aus Verona
Stenzel, Jürgen (Göttingen): Constantin Brunner
Studemund-Halévy, Michael (Hamburg): Jonathan Eybeschütz
Tarantul, Elijahu (Heidelberg): Jehudah he-Chasid
Valentin, Joachim (Freiburg): Jacques Derrida
Veltri, Giuseppe (Halle): Shimon Duran, Jehudah Abravanel, Joseph Karo, Azarja de’ Rossi, Moshe Cordovero, Jehudah Löw von Prag, Israel Luria, Chajim Vital
Voigts, Manfred (Berlin): Erich Gutkind, Felix Weltsch, Oskar Goldberg, Erich Unger
Waszek, Norbert (Paris): Eduard Gans
Wendel, Saskia (Münster): Jean François Lyotard
Wiedebach, Hartwig (Göppingen): Samuel Hirsch, Moritz Lazarus, Hermann Cohen
Wiese, Christian (Erfurt): Isaak M. Jost, Leopold Zunz, Solomon Schechter, Benno Jacob, Leo Baeck, Julius Guttmann, Mordechai Kaplan, Max Wiener, Ignaz Maybaum, Joseph B. Soloveitchik, Hans Jonas, Abraham Heschel, Eliezer Berkovits, André Neher
Wilke, Carsten (Xochimilco, Mexiko): Juan de Prado, Isaak Orobio de Castro

Die Herausgeber

Otfried Fraisse, promovierte an der FU Berlin zu mittelalterlicher jüdisch-arabischer Philosophie; freier Mitarbeiter des Simon-Dubnow-Instituts an der Universität Leipzig.

Andreas B. Kilcher, Hochschuldozent am Institut für Deutsche Philologie II (neuere deutsche Literatur) in Münster. Bei Metzler ist erschienen: »Die Sprachtheorie der Kabbala als ästhetisches Paradigma« (1998) und »Metzler Lexikon der deutsch-jüdischen Literatur« (Hg., 2000).

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