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Interview

Alchemie oder Alternative?

Die umstrittene Technik der Partitionierung und Transmutation (P&T) könnte die Mengen an radioaktivem Abfall aus der Kernkraft langfristig deutlich reduzieren. Damit würden auch weniger Endlager nötig. Doch für welche Staaten könnte P&T eine realistische Option sein? "Spektrum der Wissenschaft" fragte Christoph Pistner, Experte für Nukleartechnik und Anlagensicherheit im Darmstädter Büro des Öko-Instituts.
Christoph Pistner
Spektrum der Wissenschaft: Herr Dr. Pistner, Deutschland sitzt auf einer großen Menge nuklearen Mülls, auch wenn durch den beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie ein Ende der Anhäufung in Sicht kommt. Andere setzen weiterhin langfristig auf nukleare Stromerzeugung. Wie sollten sie mit dem dabei entstehenden Müll umgehen?

Christoph Pistner: Die meisten Staaten gehen heute davon aus, dass sie die abgebrannten Brennelemente und hoch radioaktiven Abfälle in einem geologischen Endlager unterbringen, wo sie für Hunderttausende von Jahren von der Biosphäre abgeschirmt sind. Nach heutigen Erkenntnissen ist das auch das sinnvollste Vorgehen. Selbst ein Staat wie Frankreich, der die meisten abgebrannten Brennelemente wiederaufarbeitet, um Plutonium und Uran abzutrennen, benötigt ein geologisches Endlager. Denn nach der Wiederaufarbeitung bleiben Abfälle mit sehr hoher Radioaktivität und starker Wärmeentwicklung übrig, außerdem fallen große Mengen mittel- und schwach radioaktiver Abfälle an.

Jetzt kommt plötzlich das P&T-Verfahren daher und verspricht einen genialen Streich: Wir betreiben Alchemie und wandeln die radioaktiven Elemente in ungefährlichere Stoffe um. Wie ernst müssen wir diesen Ansatz nehmen?

Christoph Pistner:
Februar 2013

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Februar 2013

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