Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Raumfahrt: Schuss ins Blaue

Traditionelle Antriebstechniken befördern Raumsonden weder besonders schnell noch sehr weit ins All. Einige Wissenschaftler hoffen auf eine Revolution - und verfolgen dafür exotische Ideen an den Grenzen der bekannten Physik.
RaketenantriebLaden...

2012 kehrte Heidi Fearn, Physikprofessorin an der California State University im US-amerikanischen Fullerton, nach einem Sabbatical an ihren Arbeitsplatz zurück. Zu ihrer Überraschung war zwischenzeitlich im benachbarten Labor ein Mann untergebracht worden, den sie bereits flüchtig kannte: James F. Woodward, Professor für Wissenschaftsgeschichte und außerordentlicher Professor für Physik. Die Universität hatte sein bisheriges Büro für eine neue Abteilung gebraucht und ihn an diesen bis dahin kaum genutzten Ort versetzt.

Anfangs betrachtete Fearn den alten Mann eher als Eindringling, aber bald änderte sich ihre Einstellung ihm gegenüber. Die Theoretikerin hat sich auf die Quantenoptik spezialisiert, also darauf, wie Licht mit Materie wechselwirkt. Woodwards Interesse hingegen gilt einem Außenseiterthema, nämlich einem hypothetischen Antrieb, mit dem die Menschheit dereinst den interstellaren Raum und die nächsten Sterne erkunden könnte.

»Ich war nicht wirklich davon überzeugt, dass seine Arbeit etwas taugt«, erinnert sich Fearn. Beim täglichen Vorbeigehen an Woodwards Labor erschien ihr der dort installierte Versuch eher wie das Demonstrationsexperiment in einer Vorlesung für Erstsemester denn wie ein futuristisches Antriebssystem. Der Aufbau enthielt eine schwingende Masse in einem Metallkäfig auf der einen Seite, Gegengewichte auf der anderen Seite und etliche hin- und herlaufende Drähte. Woodward behauptete, er könne die Masse eines Objekts ein kleines bisschen beeinflussen, indem er dagegen stößt. Während sie sich ändert, entstünde durch geschicktes Ziehen und Schieben zu genau den richtigen Zeitpunkten unter dem Strich Schub …

Dezember 2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Dezember 2019

Kennen Sie schon …

42/2019

Spektrum - Die Woche – 42/2019

In dieser Ausgabe widmen wir uns der Milch, den Alpen und dem Schleim.

32/2019

Spektrum - Die Woche – 32/2019

In dieser Ausgabe widmen wir uns Amazonien, einem Raumfahrtprogramm und Biofilmen.

30/2019

Spektrum - Die Woche – 30/2019

In dieser Ausgabe widmen wir uns Schmerzen, der Guillotine und Eichenprozessionsspinnern.

Lesermeinung

2 Beiträge anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Fearn, H., Woodward, J.: Experimental null test of a Mach effect thruster. Journal of Space Exploration 2, 2013

Sciama, D. W.: On the origin of inertia. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society 113, 1953