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Astrophysik: Das letzte Aufbäumen sterbender Sterne

Am Ende ihres Lebens erzeugen sonnenähnliche Sterne leuchtende Nebel aus Gas und Staub. Neue Erkenntnisse zeigen: Deren Form wird wohl oft von unsichtbaren Begleitern bestimmt.
Ein Weißer Zwerg und sein planetarischer Nebel

In einigen Milliarden Jahren steht die Sonne am Ende ihres Lebens. Während in ihrem Kern Helium zu verschmelzen beginnt, schwillt sie zu einem so genannten Roten Riesen an. Dabei verschluckt sie quasi im Vorbeigehen Merkur, Venus und die Erde und wächst so enorm, dass sie ihre äußersten Schichten aus Gas und Staub nicht mehr an sich halten kann.

In einem spektakulären letzten Akt wird die Materie daraufhin in den umgebenden Weltraum geschleudert. Als wunderschöner Schleier leuchtet sie noch tausende Jahre lang, bevor sie verblasst.

Unsere Milchstraße ist bereits mit Tausenden solcher schillernden Grabmale übersät, den so genannten Planetarischen Nebeln. Bei Sternen, deren Masse zwischen der halben und der achtfachen unserer Sonne liegt, sind sie das ganz normale Endstadium. (Massereichere Sterne enden mit einem noch dramatischeren Finale in Form einer Supernova-Explosion.) Planetarische Nebel gibt es in einer atemberaubenden Vielfalt von Formen. Das deuten schon ihre Namen wie Krebs- Katzenaugen- oder Schmetterlingsnebel an. Doch so schön sie sind, so rätselhaft waren sie lange. Wie entfaltet ein kosmischer Schmetterling seine Flügel aus dem scheinbar strukturlosen, runden Kokon eines Roten Riesen?

Beobachtungen und Computermodelle deuten nun auf eine Erklärung hin, die vor drei Jahrzehnten noch abwegig erschienen wäre: Die meisten Roten Riesen verstecken in ihrer gravitativen Umarmung einen viel kleineren zweiten Stern …

Kennen Sie schon …

Sterne und Weltraum – Explosion in Andromeda – Die Supernova von 1885

Die Supernova S Andromedae, die sich außerhalb unserer Galaxis in einer Entfernung von rund 2,5 Millionen Lichtjahren in der Andromedagalaxie ereignete, wurde von dem Astronomen Ernst Hartwig schon im Jahr 1885 entdeckt. Er schrieb damit Astronomiegeschichte. Heute setzen Instrumente wie das neue 4MOST Maßstäbe für die Forschung. Es kann mehr als 2000 Objekte am Himmel gleichzeitig ins Visier nehmen – Sternbeobachtung von den Anfängen bis ins digitale Zeitalter. Darüber hinaus: Schwarze Löcher, die nach dem Verschlingen eines Sterns nach einiger Zeit im Radiobereich wieder aufleuchten, die Geburt eines weißen Zwerges durch eine Sternkollision sowie unser Praxistipp zur Beobachtung des Südhimmels mit Remote-Teleskopen von zu Hause aus.

Sterne und Weltraum – Europa Clipper: Die Reise zu Jupiter hat begonnen

Die Raumsonde Europa Clipper startete im Oktober 2024 erfolgreich ihre Mission zum Jupitermond Europa. Sie soll ab 2030 unter anderem untersuchen, ob es unter dessen Eiskruste flüssiges Wasser gibt und vielleicht sogar Lebensformen existieren. Im zweiten und letzten Teil unserer Serie über UFOs erfahren Sie, wie sich die meisten dieser Phänomene erklären lassen und wie es um die UFO- und UAP-Forschung in Deutschland steht. Darüber hinaus stellen wir Ihnen in unserem Praxisteil das Selbstbauprojekt eines Sonnenteleskops vor, mit dem Bilder in höchster Qualität entstehen, und zeigen Ihnen im Beobachtungsteil die Himmelsphänomene dieses Monats, die Sie keinesfalls verpassen sollten.

Spektrum Kompakt – Die Sonne - Unser aktives Tagesgestirn

Ein Sonnenstrahl kann uns wärmen und ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Allerdings ist die Sonne nicht so friedlich, wie wir sie interpretieren. Auf ihrer Oberfläche toben Sonnenstürme, die Korona ist zwei Millionen Grad heiß und mit koronalen Massenauswürfen beeinflusst sie das Magnetfeld der Erde.

  • Quellen

Balick, B., Frank, A.: Shapes and shaping of planetary nebulae. Annual Review of Astronomy and Astrophysics 40, 2002

Decin, L.: Evolution and mass loss of cool aging stars: A Daedalean story. Annual Review of Astronomy and Astrophysics 59, 2021

Decin, L. et al.: (Sub)stellar companions shape the winds of evolved stars. Science 369, 2020

De Marco, O.: The origin and shaping of planetary nebulae: Putting the binary hypothesis to the test. Publications of the Astronomical Society of the Pacific 121, 2009

Sahai, R. et al.: The rapidly evolving asymptotic giant branch star, V Hya: ALMA finds a multiring circus with high-velocity outflows. The Astrophysical Journal 929, 2022

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