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Sozialverhalten: Auf einer Wellenlänge

Wie synchron die Hirnaktivität von Personen ist, verrät viel über sie selbst und ihre Beziehung. Das soll zukünftig therapeutisch ­genutzt werden.

Manchmal hat man Glück. Man lernt jemanden kennen, etwa ­einen neuen Kollegen oder die ­zukünftige Schwiegermutter, und kommt mit dieser Person von Anfang an gut aus. Man hat sofort einen »guten Draht« zueinander und ist »auf einer Wellenlänge«. Was das Gefühl erzeugt und was bei Menschen im Gehirn passiert, wenn sie miteinander in Kontakt treten, beispielsweise wenn sie sich unterhalten oder gemeinsam eine Aufgabe bewältigen, untersuchen meine Kollegen und ich am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim.

Dafür nutzen wir eine Technik namens Hyperscanning, bei der man die Bildgebungsdaten mehrerer Studienteilnehmer gleichzeitig aufzeichnet. Das ermöglicht es, die Hirnaktivität von Personen zu messen und zu vergleichen, während sie miteinander interagieren.

Das Ziel aller Hyperscanning-Studien ist es, dem Gehirn bei möglichst natürlichen Kontakten zuzuschauen und zu beobachten…
9/2020

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 9/2020

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  • Quellen

Bilek, E. et al. State-dependent cross-brain information flow in borderline personality disorder. JAMA Psychiatry 74, 2017

Goldstein, P. et al.: Brain-to-brain coupling during handholding is associated with pain reduction. PNAS 115, 2018

Jiang, J. et al.: Leader emergence through interpersonal neural synchronization. PNAS 112, 2015

Wang, Q. et al.: Autism symptoms modulate interpersonal neural synchronization in children with autism spectrum disorder in cooperative interactions. Brain Topography 33, 2020

Yang, J. et al.: Within-group synchronization in the prefrontal cortex associates with intergroup conflict. Nature Neuroscience 23, 2020