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Hygiene: Warmluft-Händetrockner sind Bakterienschleudern

Moderne Express-Händetrockner, die mit intensiven Warmluftstrahlen ("Jets") arbeiten, verteilen massenweise Bakterien in der Luft. In der Nähe der Geräte ist die Keimbelastung fast 30-mal so hoch wie im Umfeld eines Papierhandtuchspenders.

Mikrobiologen um Mark Wilcox vom Leeds Teaching Hospitals Trust (England) führten Versuche mit verschiedenen Trocknern durch. Sie trugen auf die Hände von Versuchsteilnehmern medizinisch unbedenkliche Milchsäurebakterien auf. Anschließend sollten die Probanden sich je 15 Sekunden lang die Hände trocknen – entweder mit Papierhandtüchern, einem normalen Warmluftgebläse oder einem Jet-Trockner. Rund um letzteres Gerät waren daraufhin fünfmal so viele Mikroben in der Luft nachweisbar wie in der Nähe von Warmluftgebläsen – und 27-mal so viele wie in der Nähe von Papiertuchspendern. In einem weiteren Versuch benetzten die Teilnehmer ihre Hände mit einer Farblösung und trockneten sie anschließend. Auch hier zeigte sich, dass beim Expressföhnen deutlich mehr Tröpfchen in die Luft gewirbelt werden als bei den anderen Methoden.

Laut den Forschern sollten Warmlufttrockner nicht in medizinischen Einrichtungen eingesetzt werden, weil sie potenziell krankheitserregende Mikroorganismen in der Umgebung verteilen. So könnte ein infizierter Patient, der sich die Hände schlecht gewaschen hat und den Lufttrockner benutzt, andere WC-Besucher mit seinen Keimen anstecken.

Februar 2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Februar 2015

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  • Quelle

Best E. L., Parnell P., Wilcox M. H.: Microbiological Comparison of Hand-Drying Methods: The Potential for Contamination of the Environment, User, and Bystander. In: Journal of Hospital Infection 88, S. 199 - 206, 2014