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Fortpflanzungsbiologie: Beeinträchtigt die Ernährung Empfängnis und Embryonalentwicklung?

Eine eiweißreiche Diät verringert bei weiblichen Mäusen die Empfängniswahrscheinlichkeit und senkt zudem die Überlebensrate befruchteter Eizellen. Darüber hinaus werde das genetische Programm in sich entwickelnden Maus-Embryonen durch einen hohen Proteingehalt in der Nahrung beeinflusst und die Entwicklung dadurch offenbar verlangsamt, berichten Forscher des Colorado-Zentrums für Reproduktionsmedizin.

Die Wissenschaftler hatten in ihren Untersuchungen weibliche Mäuse einen Monat lang mit einer Diät gefüttert, die einen Proteinanteil von 25 beziehungsweise 14 Prozent aufwies. Anschließend verpaarten sie die Tiere mit Männchen und pflanzten erfolgreich befruchtete Eizellen in Maus-Leihmütter ein. Dort entwickelten sich nur 65 Prozent der Eizellen von Müttern mit eiweißreicher Diät zu gesunden Föten, gegenüber 81 Prozent der in normal ernährten Mäusen gezeugten Embryonen.

Ein hoher Proteingehalt in der Nahrung erhöhe den Ammonium-Anteil in den Reproduktionsorganen der Tiere bis auf das Dreifache, so der Leiter der Studie, David Gardner. Dies beeinflusse offenbar auch das so genannte genetische Imprinting der Eizelle, einen Vorgang, der den Einfluss der elterlichen Genkopien auf den entwickelnden Embryo festlegt. Das Imprinting des Regulatorgens H19 erwies sich im Rahmen der Studien bei den eiweißreich ernährten Mäusen doppelt so häufig als fehlerhaft.

Umstritten ist, inwieweit die Ergebnisse auch auf Menschen übertragen werden können. Auch Frauen, die etwa eine kohlenhydratarme und eiweißreiche Atkins-Diät zu sich nehmen, bei der bis zu 25 Prozent der Nahrung aus Protein bestehen können, beeinträchtigten damit möglicherweise ihre Empfängniswahrscheinlichkeit, warnt Gardner. Der medizinische Experte Stuart Trager von Atkins Inc., einer Entwicklungsfirma von Atkins-Diätprodukten, widerspricht dagegen dieser Auffassung und verweist auf generelle Unterschiede zwischen Mäusen und Menschen.

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