Direkt zum Inhalt

Sinne: Bittergeschmackszellen reagieren sehr spezifisch

Radicchio-Rucola-SalatLaden...
Jede Bittergeschmackszelle auf der Zunge erkennt nur spezifische Bitterstoffgruppen, anstatt – wie bisher vermutet – auf alle Klassen anzuspringen. Zu diesem Ergebnis kamen Maik Behrens und sein Team vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke, als sie untersuchten, wie die 25 bekannten Bitterrezeptoren in menschlichen Geschmacksknospen verteilt sind.

Bitter schmeckende LebensmittelLaden...
Bitter schmeckende Lebensmittel | Lebensmittel wie Grapefruit, Chicoree oder Rosenkohl enthalten Bitterstoffe, deren Geschmack von einigen Menschen abgelehnt wird.
Die Forscher hatten getestet, in welchem Maße die Gene für die so genannten hTAS2-Rezeptoren in unterschiedlichen Geschmackszellen aktiv sind. Dazu markierten sie deren Boten-RNA (mRNA) mit fluoreszierenden Sonden und beobachteten ihre Verteilung. Boten-RNA taucht in der Regel nur dort auf, wo das entsprechende Gen soeben abgelesen wurde, um in sein Produkt übersetzt zu werden. An der leuchtenden hTAS2-mRNA konnten die Wissenschaftler daher sehen, welche Rezeptoren in der Zelle vorhanden waren.

Dabei stellte sich heraus, dass die Bittergeschmackszellen jeweils nur vier bis elf der 25 Rezeptoren in unterschiedlichen Kombinationen ausbilden. Die Forscher vermuten, dass jede Zelle nur wenige Bitterstoffe erkennen und diese Spezifität von Individuum zu Individuum variieren kann. Möglicherweise sei das der Grund dafür, warum einige Menschen den Geschmack von Chicoree oder Pampelmusen mögen, während andere ihn ablehnen, spekuliert Behren. (as)
15.11.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 15.11.2007

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnervideos