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Paläontologie: Das letzte Mahl des Dinosauriers

Vor 110 Millionen fiel eine mächtige Echse tot ins Meer. Nun haben Wissenschaftler rekonstruiert, was sie zuletzt gegessen hat.
So oder so ähnlich könnte der Dinosaurier ausgesehen habenLaden...

Für viele Millionen Jahren bevölkerten riesige Pflanzenfresser die Erde. Was genau die verschiedenen Dinosaurierarten aßen, lässt sich jedoch meist nur auf Umwegen rekonstruieren, etwa über die damals vorherrschenden Pflanzenarten. Zwar haben Wissenschaftler immer wieder auch Fossilien von vermeintlichen Ausscheidungen oder Mageninhalten geborgen. Doch oftmals sind diese schlecht erhalten und lassen daher keine eindeutigen Schlüsse zu. Oder sie entpuppen sich bei genauerer Analyse als etwas ganz anderes.

Weniger Zweifel dürfte es bei dem Mageninhalt eines Dinosauriers geben, der vor 110 Millionen Jahren lebte und den nun ein Team um Caleb M. Brown vom Paläontologischen Museum in Alberta ausgewertet hat. Dieser Borealopelta markmitchelli hatte einen mächtigen Rückenpanzer und brachte es wohl auf stolze 1300 Kilogramm. Ein besonders gut erhaltenes Fossil der Art ist 2011 in einer Ölsandmine in Kanada aufgetaucht.

In der Bauchgegend der erstarrten Echse sind die Forscher nun auf mehrere schlauchförmige Bereiche gestoßen. Form, Fundort und Zusammensetzung sprächen klar für erstarrtes Dinosaurieressen, schreibt die Gruppe um Brown im Fachjournal »Royal Society Open Science«.

Demnach hatte Borealopelta markmitchelli eine ausgeprägte Vorliebe für Echte Farne, wie man sie heute vor allem auf ozeanischen Inseln und im tropischen Hochland findet. 85 Prozent des Mageninhalts des konservierten Dinosauriers gehen auf das Gewächs zurück. Daneben stießen die Forscher auf beträchtliche Mengen verkohlter Materie: Wahrscheinlich habe der Dinosaurier auf einem Areal gegrast, das einige Zeit zuvor niedergebrannt war – und in dem in erster Linie die anpassungsfähigen Farne schon wieder Fuß fassen konnten.

Vermutlich nahm die gepanzerte Knotenechse ihr letztes Mahl zu sich, bevor sie tot ins Wasser stürzte. Dort sank sie dann auf den Grund, wobei sie große Mengen Sediment aufwirbelt haben muss. Dieses bedeckte den Dinosaurier und trug zusammen mit seinem Panzer dazu bei, dass der Kadaver extrem gut erhalten blieb.

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