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Fossilien: Ein schwangerer Ichthyosaurier aus dem Eis

Von Funden wie diesen träumen Forschende: In Chile entdeckten sie nicht nur einen komplett erhaltenen Ichthyosaurier. Das Weibchen war auch noch schwanger.
Forscherin mit Fossil des Ichthyosauriers

Der Klimawandel lässt in vielen Teilen der Erde die Gletscher schmelzen. Im Fall des Tyndall-Gletschers im chilenischen Teil Patagoniens profitiert zumindest die Wissenschaft davon: Gleich 23 gut erhaltene Fossilien barg eine Expedition unter Leitung von Judith Pardo-Pérez von der University of Magallanes im Nationalpark Torres des Paine im Süden des Landes, berichtet die Arbeitsgruppe. Der vielleicht wichtigste Fund darunter sind die erstmals für Chile kompletten Überreste eines weiblichen Ichthyosauriers. Das Tier war auch noch schwanger, wie die Überreste einiger Föten belegen.

Das »Fiona« getaufte, rund vier Meter lange Exemplar lebte wie die anderen ausgegrabenen Tiere vor 129 bis 139 Millionen Jahren während der frühen Kreidezeit, als die Region noch Teil eines Ozeans war. »Die Ergebnisse der Expedition haben alle Erwartungen erfüllt und sogar noch übertroffen«, sagt Judith Pardo-Pérez, die als erste Frau eine derartige Expedition in die Region leitete. Laut Aussagen der Arbeitsgruppe handelt es sich bei dem trächtigen Ichthyosaurier zudem um das erste solche Fundstück aus der Valanginian-Hauterivian-Epoche der Kreidezeit.

Die 23 bislang geborgenen Ichthyosaurier der Fundstätte wurden vorsichtig mit dem Hubschrauber abtransportiert und sollen im Museum weiter untersucht werden. Neben der Artenvielfalt und der Paläobiologie der Tiere soll auch ihre persönliche Entwicklung studiert werden, etwa über ihre Knochenreifung etwaige veränderte Nahrungsvorlieben, während sie wuchsen.

»Es ist einzigartig auf der Welt, dass diese unglaublichen Ichthyosaurier in einer extremen Umgebung so gut erhalten sind, die durch einen sich zurückziehenden Gletscher freigelegt wurde. Die beträchtliche Anzahl von Ichthyosauriern, die in jenem Gebiet gefunden wurden, einschließlich vollständiger Skelette von Erwachsenen, Jungtieren und Neugeborenen, bietet ein einzigartiges Fenster in die Vergangenheit«, sagt Dean Lomax von der University of Manchester, der ebenfalls an der Ausgrabung beteiligt war.

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