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Erdnahe Objekte: Zwei Kometen fliegen dicht an der Erde vorbei

In nur zwei Tagen statten zwei Kometen der Erde einen Besuch ab. Den Anfang macht 252P/LINEAR am 21. März, gefolgt von P/2016 BA14 einen Tag später. Die Möglichkeit eines Einschlags auf die Erde ist definitiv ausgeschlossen.
Komet C/2013 US10 Catalina am 24. November 2015

Vergleichsweise dichte Besuche statten die Kometen 252P/LINEAR und P/2016 BA14 uns heute und morgen ab. Den Auftakt macht der Schweifstern 252P/LINEAR, der am 21. März 2016 unserem Planeten auf den 13,5-fachen Abstand Erde-Mond beziehungsweise 5,2 Millionen Kilometer nahekommt. Der geringste Abstand wird um 13:14 Uhr MEZ erreicht. Ihm folgt einen Tag später P/2016 BA14, der erst am 22. Januar entdeckt wurde und sogar bis auf die neunfache Distanz Erde-Mond oder 3,5 Millionen Kilometer an uns herankommt. Er wird uns um 15:30 Uhr MEZ passieren. Dies ist die drittnächste dokumentierte Annäherung eines Schweifsterns an die Erde. Nur die Kometen Lexell im Jahr 1770 und IRAS-Araki-Alcock im Jahr 1983 kamen noch dichter an unseren Planeten heran.

Die Bahnen der beiden periodischen Kometen 252P/LINEAR und P/2016 BA14 | Die beiden Kometen 252P/LINEAR und P/2016 BA14 durchlaufen das Sonnensystem auf sehr ähnlichen Bahnen. Möglicherweise waren sie vor langer Zeit ein Objekt, das in Jupiternähe auseinanderbrach.

Die Bahnen der beiden Kometen, die uns nun einen Besuch abstatten, sind so gut bestimmt, dass ein Einschlag bei ihrer jetzigen Passage nicht zu befürchten ist und auch für die nächsten Jahrhunderte ausgeschlossen werden kann. Die US-Raumfahrtbehörde NASA geht bei 252P von einem Kerndurchmesser von 230 Metern aus. Er ist also ein Winzling im Vergleich zum rund fünf Kilometer großen Kern des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, den derzeit die Europäische Raumsonde Rosetta umrundet. Der Kern von P/2016 BA14 ist mit rund 100 Metern nochmals deutlich kleiner.

Die Erdpassagen der Kometen 252P/LINEAR und P/2016 BA14 | Am 21. März 2016 kommt der periodische Komet 252P/LINEAR der Erde bis auf 5,2 Millionen Kilometer oder die 13,5-fache Distanz Erde-Mond nahe. Rund einen Tag später folgt P/2016 BA14 in einem Abstand von 3,5 Millionen Kilometern, das entspricht dem neunfachen Abstand Erde-Mond. Zur Verdeutlichung ist die Mondbahn um die Erde mit eingezeichnet. Es besteht keine Gefahr eines Einschlags auf unserem Heimatplaneten.

Beim Vergleich ihrer Bahnen um die Sonne zeigte sich, dass sich die Orbits der beiden Schweifsterne stark ähneln. Vermutlich waren, so die Kometenforscher bei der NASA, beide Kometenkerne vor längerer Zeit Teil eines größeren Himmelskörpers. Möglicherweise brach dieser vor längerer Zeit bei einer Annäherung an den Riesenplaneten Jupiter durch die einwirkenden Gezeitenkräfte auseinander. Die beiden Schweifsterne sollen nun mit dem Weltraumteleskop Hubble und dem erdgebundenen Infrarotteleskop IRTF auf dem Mauna Kea in Hawaii bei ihren dichten Annäherungen im Detail untersucht werden, um ihre Verwandtschaft zu bestätigen oder zu wiederlegen. Trotz ihrer engen Vorbeiflüge an der Erde: Die beiden Schweifsterne sind sehr leuchtschwach und lassen sich daher nur mit großen Amateurfernrohren beobachten. Detaillierte Informationen hierüber bietet die Fachgruppe Kometen der bundesweiten Vereinigung der Sternfreunde VdS e. V.

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