Direkt zum Inhalt

Kometeneinschlag: Hubble für Jupitereinschlag frühzeitig reaktiviert

Hubble Jupitereinschlag 2009
Hubble-Aufnahme des Jupitereinschlags 2009 | Diese Aufnahme im sichbaren Licht entstand am 23. Juli 2009 mit Hilfe der neuen Hauptkamera des Hubble-Weltraumteleskops. Mit 4096x4096 Bildpunkten gegenüber den 1600x1600 der alten Kamera sind dies die schärfsten Hubbleaufnahmen aller Zeiten. Darüber hinaus deckt der neue Sensor auch größere Bereiche im Infraroten und Ultravioletten ab. Die NASA unterbrach für diese seltenen Bilder eines großen Jupitereinschlags extra die Justierungsarbeiten am Teleskop nach der Wartungsmission im Mai 2009.
Nach der Wartungsmission im Mai 2009 nehmen Techniker noch immer die letzten Feineinstellungen am Weltraumteleskop Hubble vor. Nun wurde der Satellit jedoch vorzeitig aus dem Urlaub zurück geholt und dokumentierte am 23. Juli 2009 den vier Tage zuvor entdeckten großen Einschlag auf Jupiter. Ursprünglich plante die NASA erste wissenschaftliche Aufnahmen nicht vor September.

Das Bild zeigt den Gasriesen durch das Auge der neu installierten Hauptkamera des Teleskops. Die dritte Generation der "Wide Field and Planetary Camera" besitzt mit 16 Megapixeln mehr als die sechsfache Auflösung ihres Vorgängers. Der Beobachtungswinkel von 2,7 Bogenminuten ist dabei vergleichbar mit demjenigen der zweiten Generation, doch die Kamera bildet einen größeren Wellenlängenbereich im Infraroten und Ultravioletten ab.

Neben einem weiteren Ultraviolettspektrometer tauschten die Astronauten bei der Wartungsmission vor allem Bordelektronik, Instrumente zu Lagekontrolle und Batterien aus, so dass Hubble nun bis 2014 einsatzbereit bleiben sollte. Damit wäre ein fliegender Wechsel zum Nachfolger möglich, dem James Webb Space Telescope, das im Jahr 2013 starten soll.

Anthony Wesleys Aufnahme des Jupitereinschlags 2009 | Diese Aufnahme gelang dem Australier Anthony Wesley mit seinem 36-Zentimeter-Newton-Teleskop am 19. Juli 2009 um 17:55 Uhr MESZ. Deutlich ist in der Nähe des Südpols von Jupiter ein dunkler Fleck zu erkennen, der durch einen Einschlag eines kleinen Himmelskörpers entstand. Der Fleck kommt vermutlich durch aufgewirbeltes Material tieferer Atmosphärenschichten sowie Impaktormaterial zustande. Wesley belichtete drei Aufnahmen in den Filtern Rot, Grün und Blau für je 60 Sekunden.
Fast auf den Tag genau 15 Jahre nach der berühmten Einschlagserie des Kometen Shoemaker-Levy 9 im Jahr 1994 auf dem Jupiter traf erneut ein großes Objekt den Gasplaneten. Diesmal war der australische Amateurastronom Anthony Wesley der erste, der die Einschlagnarbe auf Jupiter entdeckte. Den Moment des Aufschlags selbst sah jedoch kein Teleskop. Nachdem sich Wesleys Sichtung schnell über das Internet verbreitete, richteten auch Astronomen vom Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaii eines ihrer Infrarotteleskope auf den Gasriesen und konnten die Hitzesignatur eines Einschlags bestätigen.

Mit einem Durchmesser von rund 5000 Kilometern besitzt der Fleck etwa die Größe des Planeten Merkur. Größe und Farbe entsprechen den kleineren Einschlägen von Shoemaker-Levy 9. Der erst im Frühjahr 1993 entdeckte Komet war schon im Juli 1992 bei einem dichten Vorbeiflug durch die Gezeitenkräfte von Jupiter in mehr als 20 jeweils mehrere hundert Meter große Bruchstücke zerbrochen worden. Sie schlugen im Juli 1994 mit einer Geschwindigkeit von rund 60 Kilometer pro Sekunde ein. Die Spuren der Kollision waren danach noch für Monate sichtbar.

Der aufgrund seiner großen Schwerkraft auch als "Staubsauger" des Sonnensystems bekannte Jupiter muss in jedem Jahr etliche kleinere Einschläge hinnehmen. Eine Kollision dieser Größe ist jedoch für Astronomen noch immer eine Besonderheit. Die aufgewirbelten tieferen Schichten der Atmosphäre geben Forschern einen seltenen Einblick in den Aufbau des Planeten.

Ralf Strobel

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnerinhalte