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Archäologie: Uralte Gesichtscreme bezeugt Anfänge von Chinas Kosmetikindustrie

Bereits um 700 v. Chr. nutzten die Menschen in China Kosmetikartikel, um ihre Haut schön zu halten. Zunächst gab es die Creme aus Tierfett und Tropfstein aber wohl nur für Adlige.
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Ein kleines Töpfchen, das vor rund 2700 Jahren einem chinesischen Adligen mit ins Grab gegeben wurde, enthielt offenbar eine Hautcreme aus Tierfett und gemahlenem Tropfstein. Darauf deutet eine chemische Analyse hin. Die Mixtur könnte einst den Grundstein für Chinas Kosmetikindustrie gelegt haben.

Das verzierte Bronzegefäß war noch versiegelt, als Forscher es in der archäologischen Stätte Liujiawa im Norden Chinas ausgruben. Das erlaubte es Yimin Yang von der Universität der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking und seinen Kollegen, die Zusammensetzung der gelblichen Klumpen im Inneren des Gefäßes genauer zu untersuchen.

Wie die Ergebnisse zeigen, bestanden diese aus Rinderfett, gemischt mit Mineralen, die Schweiß und Hautfett absorbieren. Die Minerale stammten aus »Mondmilch«, einer zermahlenen Form von weißen Stalaktiten, die in manchen Kalksteinhöhlen zu finden sind. Höhlen spielen eine wichtige Rolle in der taoistischen Philosophie, die zu jener Zeit in China verbreitet war. Die Autoren vermuten deshalb, dass die Creme sowohl eine symbolische Bedeutung hatte als auch dazu diente, das Gesicht mit Feuchtigkeit zu versorgen und aufzuhellen.

In vielen anderen Gräbern von Königen oder Adligen waren Archäologen bereits auf ähnliche Gefäße gestoßen. Yimin Yang und seinen Kollegen zufolge legen die Funde deshalb nahe, dass um 700 v. Chr. in China eine Kosmetikindustrie entstand, die zunächst hauptsächlich eine elitäre Kundschaft bediente.

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