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Alternative Energien: Windkraft - Bat Shield soll Fledermäuse schützen

Windenergie gilt als sauber. Dennoch sehen Naturschützer sie kritisch: Die Rotoren töten Vögel und vor allem Fledermäuse. Einfache Maßnahmen können sie schützen.
Windkraft auf dem Feld

Trotz ihrer kohlendioxidfreien Stromproduktion sehen viele Naturschützer die Windenergie kritisch, weil sie in das Landschaftsbild eingreift, vor allem aber auch, weil ihre Rotoren eine tödliche Gefahr für Fledermäuse und Vögel darstellen. Fledermäuse scheinen sogar regelrecht zu implodieren, wenn sie sich den Anlagen zu stark annähern. Dabei können sogar schon sehr einfache Maßnahmen die Zahl der toten Flattertiere beträchtlich senken, ohne dass dadurch die Stromproduktion merklich zurückgeht. Das legt zumindest eine Arbeit von Jeremy Firestone von der University of Delaware in Lewe und seiner Kollegen nach: Sie zählten, wie viele tote Tiere durch eine Windkraftanlage in der Nähe der Delaware-Bucht verursacht wurden – einem bedeutenden Rastplatz für Zugvögel an der US-amerikanischen Ostküste. Während der zweijährigen Studienzeit bemerkten sie überraschenderweise nur sehr wenige Vögel, die wegen der Turbine verendet waren. Dagegen starben achtmal mehr Fledermäuse, die ebenfalls hier zu ihren Winterquartieren im Süden durchziehen. Der US Fish and Wildlife Service verlangte daher, dass der Betrieb zur Hauptzugzeit zwischen Juli und September stark eingeschränkt werde, um die Fledermäuse zu schützen – für Firestone und Co die Gelegenheit für eine Nachfolgestudie.

Die meisten toten Tiere traten demnach in den ersten Stunden nach der Abenddämmerung auf – einer Zeit, in der auch die Stromproduktion mangels Wind minimal ist. Deshalb testeten die Biologen zusammen mit dem Betreiber, wie die jeweilige Einschaltwindgeschwindigkeit die Verluste beeinflusst: Wochenweise wechselnd setzten sich die Rotoren computergesteuert entweder bereits bei Windgeschwindigkeiten von drei oder fünf Metern pro Sekunde in Gang. Dazu hatte die Firma ein Programm entwickelt, das sie "Bat Shield" nennt und das die Anlage abhängig von verschiedenen Parametern wie Tageszeit, Wetter oder eben Windgeschwindigkeit steuert. Tatsächlich reduzierte sich im ersten Jahr der Studie die Zahl der toten Fledermäuse um 90 Prozent, sobald die Rotoren sich erst bei höheren Windbedingungen in Gang setzten – eine stärkere Abnahme, als die Forscher erwartet hatten.

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