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Naturschutz: Zebraspringspinne ist Spinne des Jahres 2005

Die Zebraspringspinne (Salticus scenicus) ist zur Spinne des Jahres 2005 gekürt worden. Sie gehört zur Familie der Springspinnen (Salticidae), von denen in Mitteleuropa 99 Arten bekannt sind.

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Salticus scenicus | Spinne des Jahres 2005: die Zebraspringspinne (Salticus scenicus)
Die vier bis sieben Millimeter großen Tiere haben am Hinterleib auffällig schwarz-weiße Streifen und erbeuten Insekten im Sprung. Die Arachnologische Gesellschaft (AraGes) wählt 2005 zum ersten Mal gemeinsam mit der belgischen arachnologischen Gesellschaft (ARABEL) die Spinne des Jahres aus, damit Menschen mehr über diese kleinen, aber überaus interessanten Tiere erfahren und Vorurteile dieser Tiergruppe gegenüber abbauen.

Die Zebraspringspinne kommt überall in Deutschland vor. Sie liebt es warm und sonnig und hält sich oft an und in Häusern auf, bewohnt aber auch Felsen oder Zaunpfähle. Sie ist für den Menschen ein sehr nützlicher Räuber und erbeutet mit ihrer Sprungtechnik Fliegen, Käfer und sogar Stechmücken.

Auch wenn Zebraspringspinnen keine Fangnetze bauen, Fäden spinnen sie dennoch. Als aktive Jäger befestigen sie ihren Spinnfaden am Boden, schleichen sich dann langsam an ihre Beute auf wenige Zentimeter heran, springen dann blitzschnell los – den Spinnfaden als Sicherheitsleine nutzend – und umfassen ihr Opfer mit ihren Giftklauen und Beinen.

Der Sprung einer Springspinne ist maßgeschneidert: Die Beine strecken beziehungsweise beugen sich genau so weit, dass die Beute exakt erreicht wird. Eine derart fein abgestimmte Hydraulik haben Techniker bisher nicht zustande gebracht, weshalb Bioniker äußerst interessiert an den Leistungen dieser kleinen Tiere sind. Geht aber einmal ein Sprung daneben, zieht sich die Spinne an ihrem Sicherheitsfaden wieder hoch. Sie stürzt deshalb niemals ab.

Die zweite außergewöhnliche Eigenschaft der Springspinnen ist ihr räumliches Sehvermögen. Auffallend sind als erstes die zwei großen vorderen Augen, womit sie farbig und dreidimensional sehen können. Durch die zusätzlichen sechs weiteren Augen können die Tiere sogar nach hinten schauen und selbst die kleinste Bewegung wahrnehmen.
08.01.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 08.01.2005

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