Direkt zum Inhalt

Klimawandel: Die Welt verliert ihre Gletscher

Eis wird zu Wasser. Weltweit. Wegen des Klimawandels schrumpfen Gletscher wie der Klinaklini in Kanada stark. Seit dem Jahr 2000 schwindet besonders viel Eis besonders schnell.
Der Klinaklini-Gletscher ist der größte Gletscher Westkanadas.

Das Eis schmilzt im Rekordtempo

Der Klinaklini-Gletscher ist der größte Gletscher Westkanadas. Doch er schrumpft stetig – wie so viele andere. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben Gletscher weltweit immer schneller an Masse verloren. Wie viel genau, ist ungewiss. Eine aktuelle Berechnung besagt nun, dass die Gletscher von 2000 bis 2019 durchschnittlich 267 Gigatonnen pro Jahr abnahmen, wie ein Team in »Nature« berichtet.

Eine Folge: Die Wasservorkommen in den Regionen haben sich verändert. Eine weitere: Der Meeresspiegel ist gestiegen. Zu etwa 21 Prozent des Anstiegs soll die weltweite Schmelze beigetragen haben, heißt es in der Studie.

Satelliten- und Luftbilder von mehr als 200 000 Gletschern liefern die Basis für die aktuellen Schätzungen. Dank der hoch aufgelösten Kartierung sei die Berechnung noch exakter als die im letzten Bericht des Weltklimarats IPCC sowie in neueren globalen Studien veröffentlichten, schreibt die Gruppe.

200 Millionen Menschen künftig womöglich nicht mehr im Trockenen

Gerade einmal sieben Regionen sind laut den Autorinnen und Autoren für mehr als 80 Prozent des globalen Massenverlusts verantwortlich. Alaska (25 Prozent); die grönländische Peripherie (13 Prozent); arktisches Kanada Nord und Süd (je 10 Prozent); Antarktis und Subantarktis, Hochgebirgsasien und die südlichen Anden (je 8 Prozent).

Zu wissen, wie groß die einzelnen Verluste sind, ist wichtig. Denn je genauer die Daten, desto besser die Modelle, die zukünftige Veränderungen vorhersagen. Und desto zielführender Strategien, um vor Ort Schutzmaßnahmen zu ergreifen und so die schwer wiegenden Folgen für Mensch und Natur zu begrenzen.

Nach jetziger Kenntnis leben etwa 200 Millionen Menschen in Regionen, die den Vorhersagen zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts unter die Hochwasserlinie des steigenden Meeresspiegels fallen. Mehr als eine Milliarde weitere Menschen wiederum könnten innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte von Wasserknappheit und Ernährungsunsicherheit betroffen sein.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte