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Fluoreszenz : Leuchtender Katzenhai

Einige Haiarten fluoreszieren - aber anders als andere leuchtende Tiere. Sie nutzen dafür kleine Stoffwechselprodukte.
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Anderes Leuchten

Viele Meerestiere wie Quallen oder Korallen leuchten durch fluoreszierende Proteine. Kettenkatzenhaie und Schwellhaie nutzen dagegen aminosäureähnliche Moleküle in ihrer Haut, berichtet das Team um Jason Crawford im Journal »iScience«. Die Moleküle nehmen hochenergetisches blaues Licht auf und strahlen grünes Licht zurück – sie fluoreszieren, ganz ähnlich wie Farben im Schwarzlicht. Die als bromierte Kynureninmetabolite bezeichneten Moleküle entstehen aus einem parallelen Stoffwechselweg zum Abbau der Aminosäure Tryptophan.

Das grüne Leuchten schafft im Blau des Wassers einen zusätzlichen Kontrast, der den Haien dabei hilft, Artgenossen zu erkennen. Das ist wichtig, denn diese Katzenhaie haben auf ihrer Netzhaut nur eine Art von Stäbchen und sehen deshalb alles in Schwarz-Weiß. Für Menschen und andere Tiere sehen die Haie dagegen grau-braun gefleckt aus – im tiefblauen Meer verschmelzen sie einfach mit dem Hintergrund. Um die Tiere zu beobachten, bauten die Wissenschaftler deshalb eine Kamera, die das gleiche Farbspektrum wie die Haie aufnimmt.

Zusätzlich könnten die Stoffwechselzwischenprodukte in der Haihaut auch vor Mikroben schützen, vermuten die Fachleute. In einem Experiment zeigten sie zumindest, dass einige der Moleküle krankheitserregende Bakterien bei ihrem Wachstum hemmen.

32/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 32/2019

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